Samstag, 11. November 2017

[Rezension] Deadly ever after

Titel: Deadly ever after
Autor: Jennifer L. Armentrout 
Verlag: Piper Verlag
Seiten: 410
Preis:   10,00 [D] (Broschur)
ISBN: 978-3-492-31173-1           


Inhalt:
Vor zehn Jahren entkam Sasha nur knapp einem Serienkiller, der mehrere Frauen auf bestialische Weise hingerichtet und als Bräute drapiert hat. Schwer traumatisiert verließ sie ihre Heimat und brach alle Kontakte ab. Doch nun kehrt sie zurück, um ihrer Mutter im Hotel zu helfen. Als Sasha ihren attraktiven Exfreund Cole, mittlerweile FBI-Agent, wiedersieht, verspürt sie sofort heißes Herzklopfen. Und Cole hat auf sie gewartet. Doch bevor die beiden ihre Sehnsucht stillen können, wird eine tote Frau geborgen. Genau dort, wo der Serienkiller vor zehn Jahren seine Leichen deponierte …

Protagonisten:
Sasha ist gerade einmal 29 Jahre alt und hat in ihrem Leben schon Unvorstellbares durchmachen müssen. Nun kehrt sie nach Hause zurück und man merkt, dass sie immer noch sehr mit den Geistern der Vergangenheit zu kämpfen hat. Trotzdem versucht sie irgendwie ins Leben zurückzufinden und wird dabei von ihrer Mutter, ihrer einzigen besten Freundin Miranda sowie Cole unterstützt. Sie ist eine starke Frau, die nicht aufgibt und sich ihren Ängsten stellt. Ich kann mich ganz und gar nicht in sie hineinversetzen - nicht bei dem, was sie erleben musste - und fand es nur normal, dass sie manchmal die Nerven verloren hat.

Cole - nun ja, was soll man zu ihm groß sagen - ist unbestreitbar verboten attraktiv, ein Gentleman, dem es vor allem darum geht, Sasha zu beschützen. Er ist für sie da, sorgt sich um sie und bleibt hartnäckig, wenn es um ihre Sicherheit geht, egal wie unbedeutend die Situation zu sein scheint.

Meine Meinung:
Ich habe von Jennifer L. Armentrout bisher nur die Lux-Reihe gelesen und weiß daher trotzdem wie gut sie es versteht, mit Worten umzugehen, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und mit ihren Gefühlen zu spielen. Nachdem ich bei ihrer Lesung in Berlin gewesen bin, war ich total gespannt auf das Buch, vor allem, da ich sehr gerne Thriller lese, aber noch nie einen in Kombination mit Erotik.
Es fiel mir leicht, in die Geschichte hineinzukommen. Sashas Umfeld und das Dilemma, in dem sie sich befindet, werden in einem angenehmen Tempo dargestellt und die Spannung ist von Beginn an vorhanden. Da das Buch aus Sashas Sicht geschrieben ist, fällt es einem leicht, in ihre Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen, sie und ihre Konflikte kennenzulernen. An einigen Stellen hätte ich persönlich noch ein bisschen mehr Paranoia ihrerseits erwartet, denn ich würde mich beispielsweise nicht alleine auf einen verlassenen Friedhof trauen.
Man merkt von Coles erstem Auftauchen, dass die Luft zwischen ihm und Sasha knistert und will zum einen wissen, wie es mit ihre und ihm weitergeht, aber auch, wer hinter den plötzlichen Unfällen, neuen Morden und vermissten Frauen steckt.
Ungefähr ab der Mitte des Buches hatte ich eine vage Ahnung, wer der Täter ist und sie hat sich bewahrheitet. Trotzdem hat das der Spannung keinen Abbruch getan, denn es tauchten Verbindungen zwischen Charakteren auf, mit denen ich absolut nicht gerechnet hatte.
Beim großen Showdown habe ich mit Sasha gezittert, obwohl es natürlich logisch war, dass es ein Happy End geben musste.
Das ein oder andere Mal bekam man sogar Einblicke in die sadistischen Gedanken des Mörders, was die Geschichte noch weiter voran getrieben hat.
Es ist weder ein richtig "harter" Thriller noch ein übertrieben erotisches Buch. Die Mischung macht´s würde ich behaupten und der Unterhaltungsfaktor ist auf alle Fälle gegeben.


Freitag, 3. November 2017

[Rezension] Morgentau - Abendsonne - Nachtblüte

Titel: Band 1: Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten
            Band 2: Abendsonne - Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
            Band 3: Nachtblüte - Die Erbin der Jahreszeiten
            Band 4: Tagwind - Der Bewahrer der Jahreszeiten (erscheint am 30.11. bei Carlsen)
Autor: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen
Seiten: alle drei Teile um die 300
Preis:  7,99 [D] (Taschenbuch)            


Inhalt:
Morgentau: Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

Abendsonne: Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört Daliah eigentlich aufs Feld. Dort pflückt sie von klein auf Lavendelblüten und unterstützt ihre Familie. Doch dann wird sie von Göttin Gaia dazu auserkoren, ihre vier Söhne kennenzulernen. Für einen von ihnen muss sie sich entscheiden und sich hundert Jahre an ihn binden. Auf wen wird ihre Wahl fallen? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter?

Nachtblüte:
Ilea Sola Sommerkind kann Licht brechen und eine warme Brise herbeirufen. Sie ist nicht das einzige Jahreszeitenkind auf der Erde und dennoch ist sie etwas Besonderes, denn nur sie stammt vom Sommer ab. Und so ist ihr Heim auch dasjenige, das sich der Sommergott diesmal für seinen Aufenthalt ausgesucht hat. Als er jedoch schwer verunglückt, muss sie einen weiteren Gott beherbergen: Aviv, den Frühling, der seit fünfhundert Jahren den Frauen entsagt und die Erde gemieden hat…

Tagwind:
Yannis Tagwind zählt nicht nur zu den attraktivsten Junggesellen Hemeras, sondern ist auch mit Abstand der warmherzigste und liebenswerteste Mann, der jemals unter der Göttin Gaia gelebt hat. Für seine Familie würde er sein Leben geben. Während diese darauf hofft, dass er sich bald eine Frau sucht, gehört sein Herz jedoch jemandem, den er nicht lieben darf. Die beiden trennen ganze Welten an gelebter Zeit. Doch Yannis könnte den Lauf der gesamten Erdengeschichte ändern…

Protagonisten:
Aviv ist der Frühling und Sohn der Göttin Gaia. Er ist der älteste der vier Brüder, von der Art her zurückhaltend, schüchtern, aber trotzdem liebevoll, freundlich und hat etwas jungenhaftes an sich. Zusammen mit seinem Tiergeist, dem ziemlich verrückten und lustigen Eichhörnchen Nutty lebt er in einer wundervollen Frühlingswelt, doch in Band drei stellt man fest, was alles hinter seiner Fassade verborgen ist.

Sol ist der Sommer und wahrscheinlich der Typ von Mann, denn sich jede Frau wünschen würde. Zumindest vom Aussehen her. Mit seiner selbstbewussten, selbstsicheren Art, die leicht mit Arroganz zu verwechseln ist, kann er ziemlich einschüchternd werden, doch liest man Band drei, erwartet einen am Ende eine ziemliche Überraschung. Sein Tiergeist in der Delfin Seth.

Jesien ist der Herbst und von allen vieren mein Lieblingscharakter. Er trinkt sehr gerne Wein, was wirklich typisch für die Jahreszeit Herbst ist und vom Charakter her ein wundervoller Halbgott. Liebevoll, verständnisvoll und wenn man sich nicht gerade in ihn verliebt, ein Freund wie man sich keinen besseren wünschen könnte, denn ihm liegt das Wohl derer, die ihm etwas bedeuten, sehr am Herzen. Sowa, sein Tiergeist, ist eine Eule und sein treuer Gefährte.

Nevis ist der jüngste der vier Brüder und seine Jahreszeit ist der Winter. Er ist derjenige, der nicht in das harmonische Bild der perfekten Halbgötter hineinpasst. Die lange Einsamkeit hat ihn bitter und abweisend werden lassen, der Umgang mit ihm stellt eine große Herausforderung dar. Sowohl für seine Brüder, aber vor allem für Maya. Die Einzige, die seine Einsamkeit ein bisschen mindern kann, ist seine Wölfin Iria. Liebe anzunehmen scheint für ihn so schwer wie das Erklimmen des Mount Everests für uns.

Meine Meinung:
Alle drei Bücher habe ich hintereinander weggelesen, was wahrscheinlich an der Seitenzahl gelegen hat. Mit knapp 300 Seiten eignen die Bücher sich hervorragend für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch. Jennifer Wolfs Schreibstil ist einfach, aber flüssig und angenehm zu lesen. Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Gaias Reich, die Heimat der vier Brüder sowie Hemera wird so atmosphärisch beschrieben, sodass man sich förmlich vorstellen kann, wie schön es dort sein muss.
Wenn man glaubt, dass zumindest die ersten beiden Teile im Grunde gleich ablaufen müssten, irrt man sich gewaltig. Jedes Buch steckt voller Überraschungen und birgt neben den Halbgöttern viele verschiedene, starke Charaktere. Daliah war mir von den drei Mädchen am sympathischsten, da sie schlagfertig, witzig und sehr entschlossen ist.
In allen drei Teilen durchlebten die Charaktere Höhen und Tiefen, die mich emotional ziemlich mitgenommen haben. Natürlich ist von Anfang an klar, wer sich in wen verliebt und schon die Namen der weiblichen Figuren schreien förmlich nach einer Liebesgeschichte voller Kitsch, doch nichts verläuft ohne Hindernisse sowie ungeahnter Wendungen und dadurch fliegt man nur so durch die Seiten, denn man will wissen, ob alle ihr Happy End bekommen.
Teilweise waren mir die Dialoge leider zu aufgesetzt und unwirklich, doch wenn man nicht so anspruchsvoll ist und einfach eine Weile in die märchenhafte Welt der Jahreszeiten abtauchen möchte, eignen sich diese Bücher perfekt dazu.