Dienstag, 19. September 2017

[Rezension] Sonnenschatten - Die Chroniken von Ereos 1

Titel: Sonnenschatten - Die Chroniken von Ereos 1
Autor: Benjamin Keck
Seiten: 376
Preis: 13,90 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 9781545480762


Inhalt:
Sha, ein Krieger der Wüste und Besitzer eines blutigen Dolches trifft in den winterlichen loktarischen Wäldern auf die Kampfgefährten Delon und Evva. Gemeinsam brechen sie auf, einen dunklen Zauber zu lösen, der ihren Freund Agnon gefangen hält. Doch schon bald werden sie von Schattendienern und Schlimmerem gejagt, stehen ruchlosen Assassinen, nubarischen Kriegern und dunklen Machenschaften gegenüber, an deren Ende die Götter selbst um ihr Dasein fürchten müssen. Während die Fahnen des Krieges über den ylanischen Türmen wehen und König Maer Magnur zur letzten Schlacht ruft, scheint es, als schritten die Bewohner von Ereos einem blutigen Zeitalter der Schatten entgegen.


Protagonisten:
Evva, die rothaarige Kämpferin mit einer Vorliebe für vor allem verschlossene Türen, ist meine absolute Lieblingsfigur dieses Buches. Sie ist mutig, stark und nimmt es zusammen mit Delon, ihrem scheinbar immer hungrigem und teils ungeduldigen Kampfgefährten, sogar mit Dutzenden von Gegnern auf. 

Sha ist der Hüter der Wüste. Er versteht den Wind und herrscht über den Sand. Er bewegt sich mit einer unglaublichen Eleganz, kann ebenfalls hervorragend kämpfen und hat etwas Mystisches an sich.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch während der Zeltfahrt mit meiner Klasse gelesen und der Autor hat es geschafft, dass ich sogar die Kälte vergessen konnte (5°C im Zelt). Alle Charaktere sind extrem gut ausgearbeitet, besitzen ihre - teils ziemlich erschreckenden - Eigenheiten und Geheimnisse und werden dem Leser Schritt für Schritt nahegebracht. Zwar war ich mir nie ganz sicher, wer jetzt böse oder gut ist, vor allem bei Neun und seinen Freunden ist das so eine Sache.  
Die Atmosphäre hat mir ehrlich gesagt ein mulmiges Gefühl verpasst. Alles ist düster und unheimlich und man muss immer auf der Hut sein. Aber das ist genau das, was ich so gelungen an diesem Buch finde, denn die Spannung und das Dunkle, Geheimnisvolle bleibt bis zum Ende bestehen, verstärkt sich sogar und ich konnte nicht sagen, wie all die Handlungsstränge zusammenpassen und ein Ganzes bilden sollen. 
Der einfach zu verstehende, lockere Schreibstil trägt zu großen Teilen zur fesselnden Wirkung der Geschichte bei, genau wie die wechselnden Sichtweisen pro Kapitel und auch innerhalb dieser. Obwohl nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, konnte ich sehr gut mit den Charakteren mitfühlen, da ihre Gedanken in Ich-Perspektive offen gelegt werden.
Der erste Satz des ersten Kapitels hat mich sofort an "Game of Thrones" denken lassen und auch das viele Töten sowie die brutalen Kampfszenen passen dazu und das ist absolut positiv zu sehen, denn ich liebe George R. R. Martins Bücher ebenso wie die Serie. Deswegen, wer kein Fan von blutigen Szenen ist, der sollte sich lieber zweimal überlegen, ob er das Buch lesen möchte. Ich für meinen Teil fand es absolut großartig und das offene Ende sowie der Titel verraten ja, dass es auf jeden Fall einen zweiten Teil geben wird, den ich unbedingt lesen werde.   

»Seit jeher scheint Blut eine seltsame Faszination auf die Menschen auszuüben. Meine Suche brachte mich an unbeschreiblich dunkle Orte, doch selbst dort wussten sie nicht genug, um sich zu fürchten. Diese Furcht wäre jedoch angebracht, nicht umsonst sind sie, wer sie sind.«

Sonntag, 10. September 2017

[Rezension] Das Vermächtnis der Arassis - Die Macht der Zwei erwacht

Titel: Das Vermächtnis der Arassis - Die Macht der Zwei erwacht
Autor: Crissy Catella
Verlag: familiaVerlag
Seiten: 492
Preis:   16,95 [D] (Hardcover)
               17,50 [A]
ISBN: 978-3-96131-044-9


Ganz lieben Dank an den Verlag für dieses tolle Buch!

Inhalt:
Arassis-Dynastie – das Blut des allmächtigen Zeus Nicos Leben steht Kopf. Eigentlich war er der Überzeugung, ein halbwegs normaler Junge zu sein – zumindest bis zum Eintreffen im Arassis-Sportcamp. Nach einem verheerenden Anschlag auf die Menschheit, wird ihm offenbart, dass er einer der mächtigsten Talenter auf Erden ist und zudem über magische Begabungen verfügt. Doch das ist noch nicht alles. Nach und nach kommt er einer todbringenden Verschwörung auf die Schliche. Nicht mehr sicher, wem er trauen kann, erlebt er gemeinsam mit seinen Freunden das Abenteuer seines Lebens. Ein Kampf zwischen Gut und Böse bricht aus. Wird er das Geheimnis seiner Vergangenheit lüften und die Menschheit retten können?

Protagonisten:
Nico Ringhoff ist ein Junge, der seine Nase in Angelegenheiten stecken muss, die ihn überhaupt nichts angehen und genau diese Neugierde bringt ihn mehr als einmal in Gefahr. Was ihn mir aber besonders sympathisch gemacht hat, ist seine unendliche Treue und Loyalität gegenüber seinen Freunden. Sie bedeuten ihm alles und er würde niemals zulassen, dass ihnen etwas zustößt. 

Lavinia van Divort ist neben Sebastjan und Mary die vierte im Bunde und ein Mädchen, das mir sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist unheimlich schlau, scheint jedes Buch auswendig zu kennen und kann wahnsinnig überzeugend sein, doch hinter ihrer selbstbewussten Fassade schlummern Trauer und Schuld.

Rupert Gottmann ist Rektor der Schule für Talenter und die perfekte Besetzung dieses Postens. Streng, machtvoll, aber auch gerecht und freundlich. Von allen Lehrern war er mir zusammen mit Professor Dorothy Arlon am einnehmendsten. Nicht zu vergessen Sir Gottmanns Hund Argos.

Meine Meinung:
Ich liebe Mythologie und alles was damit zusammenhängt! Und genau aus diesem Grund war dieses Buch einfach perfekt. Man erfährt unheimlich viel über Artefakte der Götter, über sie selbst und ihre Geschichte, ebenso wie über Sehenswürdigkeiten in beispielsweise Dublin. Die Stadt ist einer der Schauplätze des Buches, wo ich zum nächsten Pluspunkt kommen will. Die Geschichte spielt nicht nur im Anwesen der Familie Arassis, sondern auch in London und Irland sowie ausschnittweise auf einer Insel in Vanuatu. Zudem wechseln ab und an die Sichtweisen. Natürlich wird hauptsächlich aus Nicos Sicht erzählt, aber zwischendrin gibt es kurze Kapitel, die Einblicke in Rupert Gottmanns oder dem Anführers des Elysischen Bundes geben, sodass der Leser noch vor Nico und seinen Freunden erfährt, was passieren wird beziehungsweise zumindest eine Ahnung davon bekommt. Deswegen ging für mich dabei leider ein bisschen Spannung verloren, aber ich habe trotzdem mit Nico mit gefiebert und war jedes Mal erleichtert, wenn er dann endlich die richtige Erkenntnis hatte. 
Durch den einfachen, leicht verständlichen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Selbst als nicht-Kenner von Mythologie hat man keine Probleme, die verwendeten Begriffe zu verstehen, denn die Erklärungen werden einfach und sinnvoll in die Handlung eingebaut. 
Das Ende - und Crissy, das geht jetzt direkt an dich - dieses Ende ist nicht akzeptabel! Da lüften sie endlich das große Geheimnis und nicht einmal Nicos Reaktion krieg ich zu lesen. Zum Glück wird es einen zweiten Teil geben, auf den ich mich jetzt schon riesig freue. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses tolle Fantasy-Jugendbuch.