Sonntag, 4. März 2018

[Rezension] Die Götter von Asgard

Titel: Die Götter von Asgard
Autor: Liza Grimm
Verlag: Knaur Verlag
Seiten: 304
Preis: 12,99 [D] (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-426-52252-3 


Inhalt:
Was sagt man zu jemandem, der behauptet, einen vor dem Zorn der Götter schützen zu wollen? Natürlich glaubt die Studentin Ray kein Wort von dem Gerede der mysteriösen Kára über eine Prophezeiung und das mögliche Ende Asgards. Stattdessen ergreift sie die Flucht. Und läuft dabei Tyr in die Arme, der sie auf Anhieb fasziniert. Ray ahnt nicht, dass Tyr als Odins Gesandter um jeden Preis verhindern soll, dass die Prophezeiung eintrifft. Als sich auch noch Loki, Gott der Listen und Heimtücke, in die Geschehnisse einmischt, muss Ray auf einer abenteuerliche Reise ins Reich der Götter und Riesen herausfinden, ob sie wirklich eine Heldin sein kann.

Protagonisten:
Ray ist eine junge Frau, die mit vielen Selbstzweifeln zu kämpfen hat und von ihrer "perfekten" Schwester im Stich gelassen wurde. Sie will ihren Eltern beweisen, dass sie ihr Leben auch allein meistern kann, doch so einfach ist es nicht. Sie wirkt orientierungslos, planungsunfähig und kam mir etwas naiv für ihr Alter vor. Außerdem liebt sie die Musik und wäre viel lieber Sängerin geworden als zu studieren.

Kára ist eine sehr charismatische, starke Walküre, die nicht an die Prophezeiung, so wie sie von Odin verstanden wird, glaubt, sondern unbedingt möchte, dass sie sich erfüllt und deswegen nach Midgard (Menschenwelt) reist, um Ray zu finden und zu erreichen, dass die Prophezeiung sich erfüllt.

Meine Meinung:
Als ich den Klappentext gelesen hatte, war klar, dass ich dieses Buch lesen musste, denn ich liebe die nordische Mythologie rund um die Götter von Asgard. Anfangs war ich unglaublich begeistert von dem Buch, doch schon als Ray ohne weitere Überlegungen einfach mit Kára, die sie übrigens erst einige Stunden (höchstens) kannte, von München nach Berlin fährt, habe ich die Stirn gerunzelt. Ob es jetzt an Káras Wirkung lag oder Rays kopfloser Entscheidung, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Das liegt auch daran, dass ich mich kaum in Ray hineinversetzen konnte. Sie ist charakterlich einfach mal das komplette Gegenteil von mir, was nicht unbedingt schlecht ist. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, sie zweifelt zu sehr an sich, nur um im nächsten Moment die Heldin zu spielen, die sie laut der Prophezeiung sein soll. Ihre Gefühlswelt kommt nur sehr selten zum Vorschein und erschwerte es mir, mit ihr warm zu werden.
Leider konnte mich die Liebesgeschichte zwischen Ray und Tyr auch nicht wirklich berühren, da die beiden sich kaum kennengelernt haben und mir die Verbindung gefehlt hat. Deutlich besser dargestellt war dafür die Geschichte von Kára und Thor, ihre Vergangenheit und Gefühle füreinander.
Schön ist, dass man, wenn man nicht viel über die nordische Mythologie weiß, einige interessante Geschichten erfährt und unkompliziert in die Welt der Götter, Riesen, Nixen und anderen Geschöpften eingeführt wird. Mir selbst war schon vieles bekannt und ich hätte mir ein bisschen mehr der unheimlich komplexen Tiefe der Mythen und Legenden gewünscht. Vorrangig auch bei den Göttern wie Thor, Tyr, Loki oder Odin. Sie haben jeder für sich eine überwältigende, teilweise komplizierte Geschichte, die mich sehr fasziniert.
Spannung war auf alle Fälle vorhanden, aber es fehlte mir an überraschenden Wendungen, einem großen Knall, gefährlichen Kämpfen und mächtigen Gegnern, die Ray bezwingen müsste, um eine wirkliche Entwicklung durchzumachen.
Alles in allem ist das Buch eine schön erzählte Geschichte mit einer großartigen Idee, aus der man sicherlich noch so viel mehr hätte machen können. Trotzdem bin ich gespannt auf einen zweiten Teil, wenn es denn einen geben sollte.    

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