Montag, 16. April 2018

[Rezension] Aura - Die Gabe

Titel: Aura - Die Gabe
Autor: Clara Benedict
Verlag: Thienemann Esslinger
Seiten: 368
Preis: 18,00 [D] (Hardcover)
ISBN: 978-3-522-20241-1


Inhalt:
Einen Jungen aus der Ferne anschmachten, das steht für Hannah nicht zur Debatte – bis sie Jan trifft. Noch während Hannah sich darüber ärgert, dass sie sich immer wieder wie eine Idiotin aufführt, signalisiert Jan Interesse. Mit jedem Treffen wachsen Hannahs Gefühle aber auch ihre Unsicherheit. Jan verhält sich widersprüchlich, ist mal liebevoll und zärtlich, dann wieder aggressiv und distanziert. Diese Unbeständigkeit macht Hannah Angst, denn sie hat sich Jan offenbart. Sie hat ihm von ihrer besonderen Gabe erzählt, einer Gabe, die auch eine dunkle Seite hat ... Hat sie dem Falschen vertraut?

Protagonisten:
Hannah ist ein 16 Jahre altes Mädchen und eben ein typischer Teenager. Sie hat ihren Freundeskreis, geht auf Partys und schwärmt für Jan, der sie aus undefinierbaren Gründen zu hassen scheint. Wenn es um Jan geht, ist sie oft unsicher, weiß nicht, wie sie sich zu verhalten hat und macht sich viel zu viele Gedanken. Für eine 16-Jährige wirkt sie oft ziemlich naiv, was an manchen Stellen jedoch in Ordnung ist.

Jan ist von sehr speziellem Charakter. Mal zuvorkommend und sanft, dann wieder aufbrausend, voller Ablehnung und Kälte. Er macht es einem nicht leicht, ihn zu mögen und ich wusste bis zum Schluss nicht, was ich von ihm halten sollte. Gut ... das ist nicht ganz richtig, denn am Ende wusste ich es sehr wohl, denn sein spöttisches, fieses und hässliches Inneres wird dem Leser mitten ins Gesicht geschleudert.

Meine Meinung:
"Aura" ist ein Buch, das sich wirklich schnell lesen lässt, woran der locker-leichte Schreibstil der Autorin nicht ganz unschuldig ist. Sie richtet sich perfekt an ihre Zielgruppe, sodass das Buch ohne Verständnisprobleme gelesen werden kann. Zudem geht die Handlung rasch von statten, es passieren immer wieder Dinge, die mal ein größeres Ausmaß, mal ein kleineres Ausmaß annehmen, jedoch alle eine Wende in Hannahs Leben darstellen und von Bedeutung für sie sind.
Normalerweise bin ich absolut nicht der Fan von Jugendbüchern beziehungsweise Teenagergeschichten, in denen das Mädchen mehr oder weniger freiwillig auf Partys geht, Alkohol in Strömen fließt und dann auch noch das absolute Klischee-Spiel "Flaschendrehen" gespielt wird - was auch hier wieder der Fall war - doch zusammen mit der Tatsache, dass bereits an diesen Stellen merkwürdige Dinge geschehen und Hannah Jan noch kaum kennt, konnte ich mich damit abfinden.
Der Fantasy-Aspekt um Hannahs Gabe, der Gedankenkraft, hat dem Buch einen ordentlichen Schwung Spannung und ein heftiges Ende mit ordentlich Dramatik verliehen. Das Ganze hat sich in eine Richtung entwickelt, die ich wirklich nicht erwartet hatte, auch wenn mir der Schluss ein bisschen überspitzt erschien und sich plötzlich alles auf einmal entladen hat. So ziemliches jedes Geschehen bekommt jetzt einen Sinn und man ist gewillt, Hannah ihr Verhalten zu verzeihen.
Was ihre moralische Haltung an einigen Stellen ihrer Handlungen betrifft, konnte ich teilweise nur mit dem Kopf schütteln, wobei manches am Ende Sinn ergibt und erklärt wird, wieso sie so und nicht anders gehandelt hat.
Nun, alles in allem bin ich bei dem Buch nicht in Begeisterung verfallen, doch es konnte mich teilweise schon fesseln und der lockere Schreibstil verdient auf alle Fälle einen Pluspunkt.   


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