Samstag, 20. April 2019

[Rezension] Rise & Doom - Prinzessin der blutroten Wüste

                                                               [Rezensionsexemplar]

Titel:
Rise & Doom - Prinzessin der blutroten Wüste
Autor: Ina Taus
Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 353
Preis: 3,99 [D] (E-Book)

             3,99 [A] 
ISBN: 978-3-646-60488-7

Inhalt:
Red Desert ist ein karges Land, in dem die Menschen ein einfaches Dasein fristen, während der König im Luxus lebt. Selbst seine Tochter Rise wächst mit strengen Regeln auf und durfte in ihrem Leben noch nie das Schloss verlassen. An ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt Rise dann, dass sie mit dem Prinzen der Vampire verheiratet werden soll, um den wackeligen Frieden mit ihnen zu sichern. Aber Rise hat lange genug Gehorsam geleistet. Sie beschließt, endlich ihren eigenen Weg zu suchen – und begegnet dabei einem mysteriösen Gesandten aus dem Reich der Vampire…

Protagonisten:
Rise ist die Prinzessin von Red Desert. Sie ist süß, naiv und teilweise wirklich hilflos, was man ihr dennoch nicht verdenken kann. Immerhin hat sie das Schloss ihres Vaters ihr gesamtes Leben nicht verlassen, da es zu gefährlich für sie wäre. Niemand kennt ihr Aussehen und sie wird rund um die Uhr von ihren zwei persönlichen Wachen im Augen behalten. Dabei will sie nur eins: endlich frei sein und geliebt werden. Denn die Beziehung zu ihrem Vater ist alles andere als gut.

Doom ist Gesandter vom Kontinent der Vampire und soll Rise sicher zum Vampirprinzen bringen. Er ist das so ziemlich größte Gegenteil von Rise. Witzig, charmant, wortgewandt und absolut von sich selbst überzeugt. Dennoch hätte ich ihn am liebsten geschüttelt, denn sein Verhalten Rise gegenüber geht teilweise gar nicht.

Meine Meinung:
Schwierig. So ganz überzeugt bin ich leider nicht. Dennoch finde ich die Idee einer Welt, in der die Menschen nicht mehr über die Erde herrschen wahnsinnig spannend. Hexen, Vampire, Werwölfe und Dämonen sind aus den Schatten gekommen und haben sich die Kontinente zu eigen gemacht. Die Menschen mussten nach Australien fliehen und leben dort nun in Armut und sehr rückständig, ja beinahe wie im Mittelalter, obwohl es im Schloss doch einiges an Technik gibt.
Erzählt wird die Geschichte aus einem Haufen an Perspektiven. Natürlich von Rise und Doom, aber auch aus der Sicht von Rise´ Bruder, Dooms Schwester und so weiter und so fort. Dadurch erlebt man die Handlung auf ganz unterschiedlichen Sichtweisen, muss aber erst einmal durchsehen, wer wer ist und wie die Charaktere miteinander zusammenhängen. Neben den genannten Figuren tauchen noch viele weitere auf, die nicht auf den Mund gefallen sind, reden, bevor sie denken und eine Menge Chaos hinterlassen.
Ina Taus´ Schreibstil ist locker, bildlich und sie trifft damit den Nerv eines jeden jungen Lesers perfekt. Vor allem die Kapitel aus Dooms Sichtweise waren recht erfrischend und seine Gedankengänge ziemlich amüsant.
Dennoch hatte ich das Gefühl, dass bis zur Mitte des Buches kaum etwas geschah. Mir fehlten einfach das Tempo und die Spannung. Zudem kamen mir Charaktere wie Rise´ Bruder oder ihre Wache Nadeen recht oberflächlich vor. Er der Prinz mit dem hitzigen Gemüt und sie die hübsche Wache, die um das Wohlergehen der Prinzessin besorgt ist. Auch den König, der ja als Vater der Geschwister unbestreitbar existiert, mit ihnen im Schloss lebt und regiert, hätte ich gerne öfter gesehen, um der gestörten Beziehung zwischen ihm und seinen Kindern noch mehr Tiefe zu verleihen. Er war eher ein Geist im Hintergrund, der die Ehe mit Rise und dem Vampirprinzen arrangiert hat und fertig.
Das Ende ist ziemlich fies und ich muss deswegen unbedingt Band zwei lesen. Nicht nur, weil ich wissen will, wie Rise sich weiterentwickelt, denn ich hoffe inständig, dass sie es tut, sondern auch, weil dann endlich die Dämonen und ihre Königin ins Spiel kommen.
Ein bisschen tut es mir leid, dass ich nicht vor Begeisterung für das Buch sprühen kann, aber ich habe schon sehr viel Fantasy gelesen und "Rise & Doom" gehört da für mich eher zu den mittelmäßig guten Büchern. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur Shannara-Chroniken-geschädigt.   



 

Freitag, 19. April 2019

[Rezension] Doll Hunters - Gejagt

                                                             [Rezensionsexemplar]

Titel: Doll Hunters - Gejagt
Autor: Saskia Reymann
Verlag: Hawkify Books
Seiten: 540
Preis: 0,99 [D] (E-Book)
 
Inhalt:
Wir befinden uns im Jahre 2034. Die Regierung verwandelt immer mehr Menschen mit Hilfe eines implantierten Chips in sogenannte Dolls und nimmt ihnen damit den eigenen Willen. Sie gehorchen, ohne zu hinterfragen. Aber es gibt die Hunters. Eine rebellische Organisation, die versucht die Regierung zu stoppen. Das Suchen und Töten der Dolls soll die Regierung und deren Pläne aufhalten. Mittendrin befindet sich Scar, die mit ihrem Vater in die USA gezogen ist, um dort zu studieren und zu versuchen einen schweren Verlust aus ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch bald muss sie erkennen, dass ihr Vater weitreichende Geheimnisse hat. Auf der Suche nach Antworten taucht sie in eine gefährliche Welt voller dunkler Machenschaften ein und gerät dabei zwischen die Fronten der Hunters und der Regierung. Wem kann sie wirklich trauen?
 
Protagonisten:
Scarlett, die lieber Scar genannt werden will, zieht mit ihrem Vater von Deutschland nach Amerika um. Ihre Mutter und ihr bester Freund starben bereits an ihrem elften Geburtstag bei einem Autounfall, weswegen Scar diesen niemals wieder feiern will. Sie steht nun vor der großen Aufgabe, ein College zu finden, an dem sie sich bewerben will, um ihre Zukunft in dem neuen Land aufzubauen. Ihr impulsiver Charakter bringt sie sowohl in Schwierigkeiten, doch rettet er ihr nicht selten auch den Hintern. Manchmal hätte ich sie gerne geschüttelt, um sie zur Vernunft zu bringen, dennoch ist sie eine starke Figur.  
 
Meine Meinung:
"Doll Hunters" ist eine Dystopie, die zeitlich gesehen in gar nicht so ferner Zukunft spielt. Die Regierung Amerikas hat einen Chip entwickelt, den sie Menschen ins Gehirn pflanzen, sodass diese teilnahmslos wie Puppen werden. Sie leben, aber sie haben keine Gefühle und keine eigene Meinung mehr und können durch die Regierung kontrolliert werden. So soll Frieden geschaffen werden.
Das Buch ist Saskia Reymanns Debütroman und man merkt eine deutliche Entwicklung ihres Schreibstils im Verlauf der Geschichte. Das Buch liest sich schnell und einfach, dennoch wirkten manche Gespräche aufgesetzt und irgendwie künstlich.   
Die Nebencharaktere waren leider sehr blass und scheinen einfach nur zu existieren, um Scar nicht allein dastehen zu lassen. Sie tauchen auf, wenn sie gebraucht werden, sterben oder überleben am Ende. Selbst Scars Vater war einfach nur der coole, oft besorgte, aber gut aussehende Dad, der manchmal etwas verplant wirkte und ansonsten kaum Charakter besaß. Dabei fand ich seine Beziehung zu Abby (Abigail) wirklich süß, doch auch sie war nur die immer strahlende, ruhige Hunter-Trainerin.
Mehr Farbe hingegen hatte Jo (Joanne). Mit ihrer Beziehung zu Scar hat die Autorin etwas Besonderes in diesem Buch ausgearbeitet und ich war ein klein bisschen enttäuscht, als es am Ende doch in die andere Richtung gegangen ist, die schon von Anfang an vorhersehbar war.
Die Spannung verliert in der Mitte der Geschichte leider etwas an Intensität und eine Zeit lang passierte gefühlt kaum etwas, zum Ende hin wurde das Tempo jedoch noch einmal ordentlich angezogen und ich bekam ein actionreiches Finale mit einigen interessanten Wendungen. Wo wir gerade bei dem Thema sind ... Plot Twists gab es zu genüge. Mit ein paar habe ich gerechnet, andere wiederum konnten mich wirklich überraschen.
Auch die Idee der implantierten Chips finde ich wahnsinnig gut gewählt und gleichzeitig ziemlich erschreckend, denn bei dem rasanten Tempo unserer technischen Entwicklung könnte so etwas tatsächlich bald möglich sein.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Doll Hunters" eine gute Geschichte ist, aus deren Charakteren man jedoch noch so viel mehr hätte rausholen können.