Donnerstag, 16. August 2018

[Rezension] Cecilia - Wenn die Sterne Schleier tragen

[Rezensionsexemplar]


Titel: Cecilia - Wenn die Sterne Schleier tragen
Autor: Anna Nigra
Verlag: ATAV Verlag
Seiten: 393
Preis: 13,99 [D] (Taschenbuch)

            14,30 [A]
ISBN: 978-3-947357-06-2


Inhalt:
Manchmal ist es leichter, ein Land zu regieren, als das eigene Herz zu verstehen.
Einen Fremden heiraten? Cecilia kann nicht glauben, was ihr Vater da von ihr verlangt! Sie ist erst 18, und ihr zukünftiger Ehemann der Kronprinz von Europa!
Doch der König will unbedingt Cecilia als Frau seines Sohnes. Ein Nein würde er nicht dulden.
Nur widerwillig reist Cecilia mit ihrer Familie in den Königspalast, um ihren Zukünftigen kennenzulernen. Zu ihrer großen Erleichterung ist der 21-jährige Prinz Noran aber nicht nur gutaussehend, sondern auch charmant und liebevoll. Doch auch sein temperamentvoller Bruder Elias reizt Cecilia mit seiner provokanten Art. Und als wären zwei attraktive Männer, eine eifersüchtige Schwester und ein ungeduldiger König nicht schon genug, scheint im Palast eine unglaubliche Intrige gesponnen zu werden …
 
Protagonisten:
Cecilia ist eine junge Frau, die sich anfangs gar nicht damit abfinden möchte, einen Mann zu heiraten, den sie überhaupt nicht kennt. Leider fügt sie sich dem Willen ihres Vaters viel zu schnell - generell fügt sie sich dem Willen jedermanns, ist im nächsten Moment aber wieder vorlaut und trotzig, was für ihren Stand absolut nicht angemessen ist. Manchmal scheint sie auch zu vergessen, welche Rolle die Hochzeit für die Beziehung ihrer Familie zum Königshaus ist, wenn sie sich mit dem König persönlich anlegt.   
 
Noran ist ein charmanter, junger Mann, der liebevoll und freundlich mit Cecilia umgeht. Er spielt sehr gut Tennis, versucht, seinem Vater dem König, alles so recht wie möglich zu machen, auch wenn es ihm nicht immer gelingt.
 
Elias ist Norans Bruder und sehr viel aufbrausender als dieser. Mit seiner provokanten Art, dem übergroßen Selbstbewusstsein und dem schelmischen Lächeln verdreht er jedem Mädchen den Kopf. Neben dem Reiten liebt er das Klavierspielen ebenso sehr wie Cecilia.
 
Meine Meinung:
Geschichten über Könige und Prinzessinnen in einem fiktiven Land, verbunden mit der Suche nach der wahren Lieben und ein bisschen Action sind ja nicht gerade selten, werden aber gerne gelesen.
In diesem Buch entführt die Autorin die Leser in ein völlig anderes Europa, als wir es kennen. Es wird regiert von einem König, spielt aber dennoch in unserem modernen Zeitalter, da beispielsweise Handys, Kameras und Fahrstühle existieren, genauso wie riesige Hochhäuser und Limousinen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Werte, laut denen die Frauen wenig zu sagen haben, nicht an wichtigen Entscheidungen teilhaben dürfen und es auch noch einfach so hinnehmen, was mich persönlich geärgert hat.
Leider sind die Charaktere allesamt ziemlich flach gestaltet und es fehlt ihnen an Tiefgang. Jeder hat eine bestimmte Rolle, die sich ohne große Änderung durch das gesamte Buch zieht. Beispielsweise Cecilias Mutter, die gefühlt immer nur am Kichern war oder ihre Töchter ermahnt hat. Auch Cecilia selbst und vor allem ihre unüberlegte Sprunghaftigkeit haben mich gestört.
Überraschend gut hingegen wurde die bereits im Klappentext angedeutete Dreiecksbeziehung aufgenommen. Normalerweise bin ich kein Fan davon und habe auch hier ein paar Mal die Augen verdrehen müssen, doch das auch erst gegen Ende.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar bildhaft und detailreich, sodass man sich die Schauplätze, die schönen Gärten und glamourösen Kleider direkt vor Augen führen kann. An einigen Stellen - vor allem, wenn es um die starken Gefühle der Personen geht - fehlte mir die Tiefe. Zwar sind die Szenen zwischen Cecilia und den beiden Brüdern schön beschrieben, aber es ging mir einfach nicht unter die Haut.
Das Tempo der Handlung zieht sich nach der Einführung in den Palast eher langsam dahin und die Spannung will sich nicht aufbauen. Ab und zu werden zwar Andeutungen gemacht, die auf Geheimnisse und mysteriöse Vorgänge im Schloss hindeuten, doch etwas Richtiges passiert daraufhin nicht.
Und dann kommt das Ende ... ein riesiger Cliffhanger mit allem, was dazu gehört. Allein schon aus diesem Grund bin ich jetzt wahnsinnig neugierig auf Band zwei.   

 

Freitag, 10. August 2018

[Rezension] Aésha im Land des Waldes

[Rezensionsexemplar]

Titel: Aésha im Land des Waldes
Autor: Johanna B. Becking 
Verlag: Hawkify Books
Seiten: 380
Preis: 14,99 [D] (Taschenbuch)

            14,99 [A]
ISBN: 978-3-947288-40-3


Inhalt:
Das Leben führt uns mitunter über verworrene Pfade, doch das Schicksal der jungen Aésha scheint bereits vorbestimmt. Sie soll das Anwesen ihrer verstorbenen Eltern vor dem Verfall bewahren und einen reichen Widerling heiraten, um ihre Zukunft zu sichern. Als sie jedoch in den Sachen ihrer Mutter auf besondere Briefe stößt, treibt es sie raus aus ihrem Heimatdorf mitten in ein Abenteuer.
In Elandor findet Aésha nicht nur Lilja, die Verfasserin der Briefe, sondern auch die Wahrheit über ihr Dasein: Aésha ist eine Magierin und noch dazu Nachfahrin der mächtigsten Wächter des Kontinents Isandora. Während sie diese neue Rolle noch zu verstehen versucht, gerät sie allerdings unwissentlich in das Visier des Feindes. Es beginnt ein Kampf um ihr Leben und das der Völker Isandoras …
 
Protagonisten:
Aésha ist eine wahnsinnig sympathische, junge Frau, die sich im Laufe des Buches wunderbar entwickelt. Ihre anfängliche Naivität verschwindet und sie beweist mehr als nur einmal ihren Mut, ihre Entschlossenheit und Stärke.   
 
Java ist ein Waldmann, dessen Aufgabe es ist, auf Aésha Acht zu geben. Sein Charakter steckt voller vielschichtiger Züge und ich bin mir sicher, dass es da auch das ein oder andere Geheimnis gibt. Ich mochte ihn von Anfang an und daran hat sich auch am Ende nichts geändert.
 
Alenia hat mich sofort an Ellenroh Elessedil aus "Die Shannara Chroniken - Elfenkönigin" erinnert (wer meine Rezension dazu kennt, weiß Bescheid), weswegen es mir unmöglich war, sie nicht auf der Stelle ins Herz zu schließen. Als Elbin und Ratsvorsitzende der Wächter trägt sie eine Menge Verantwortung auf ihren Schultern, die sie jedoch mit Kraft und Stärke meistert.   
 
Meine Meinung:
Fantastisch! Absolut großartig! Ich bin noch immer völlig gefangen in der Welt von Aésha und kann nicht glauben, dass es schon vorbei ist. Innerhalb eines halben Tages habe ich dieses Buch weggelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.
Die Autorin hat einen Schreibstil, der einen vollkommen in diese neue Welt eintauchen lässt - bildgewaltig und so voller interessanter Details. Jeder Schauplatz in diesem faszinierenden Setting versprüht seinen ganz eigenen Charme, auch wenn der oftmals nicht sehr einladend ist, und zieht einen in seinen Bann.
Jeder Charakter wirkt tiefgründig ausgearbeitet und nicht einfach dahingeklatscht. Egal ob gut oder böse, die Figuren haben ein Leben, eine Vergangenheit, ein Ziel und das macht die Geschichte so wahnsinnig spannend. Dazu kommt die Unvorhersehbarkeit der vielen Ereignisse, die mir immer wieder den Atem stocken ließ, aber es gibt auch Pausen, die es einem erlauben, sich etwas zu beruhigen.
Besonders ist, dass die Autorin auch auf die wichtigen Themen Toleranz und Minderheiten eingeht, wobei natürlich die fantastische Story im Mittelpunkt steht.
Mein persönlicher Lieblingscharakter ist neben Aésha und Java auch Alenia. Am liebsten würde ich mich jetzt über gewissen Szenen auslassen, aber wo wäre dann der Spaß für Euch? Schrecklicherweise hat sich auch mein persönlicher Fluch bei diesem Buch wieder von seiner grausamsten Seite gezeigt und meine schlimmste Vermutung hat sich bewahrheitet. Ich zitiere mich kurz selbst: "Vorneweg muss gesagt sein, dass ich unglücklicherweise Pech habe mit Figuren, die ich mag, denn in den meisten Fällen sterben sie."  
Die letzten 50 Seiten habe ich Johanna B. Becking verflucht, getrauert, gezittert und das Buch am liebsten gegen die Wand geschleudert, so sehr hat mich das Ende schockiert. Warum müssen Autoren nur so grausam sein? Jetzt heißt es mal wieder warten, warten, warten auf Band zwei.
Von mir gibt es jedenfalls eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die High-Fantasy mögen. Ihr werdet die Geschichte lieben!