Samstag, 29. September 2018

[Rezension] Imagine. Shoot. Create.

                                            [Rezensionsexemplar/gesponserte Produktplatzierung]

Titel:
Imagine. Shoot. Create.
Autor: Annegien Schilling
Verlag: Stiftung Warentest
Seiten: 160
Preis: 19,90 [D] (Klappenbroschur)
ISBN:  978-3-86851-249-6              


Inhalt:
Annegien Schilling ist ein Instagram-Star. Ihre fantasievollen Selbstporträts begeistern unter dem Account @fetching_tigerss regelmäßig knapp 1 Mio. Follower. In ihrem ersten Buch begleitet sie ihre Leser durch die verschiedenen Phasen auf dem Weg zu wunderschönen surrealen Bilderwelten. Sie erklärt leicht verständlich, wie sie ihre einzigartigen Fotos konzipiert (Imagine), fotografiert (Shoot) und nachbearbeitet (Create). Ganz ohne teure Kamera oder komplizierte Software. Dieses Buch inspiriert, selbst kreativ zu werden und eigene Ideen auszuprobieren und umzusetzen!

Meine Meinung:
Ich habe mich sehr gefreut, als ich das Buch in den Händen halten durfte, da ich ihre Bilder unglaublich schön finde und es mich in den Fingern gejuckt hat, so etwas selbst auszuprobieren. In den drei Abschnitten Imagine, Shoot und Create beschreibt sie anschaulich, wie sie auf ihre Ideen kommt, sie umsetzt und fotografiert. Dabei kann jeder, ob als Einsteiger oder aber schon erfahrenerer Fotograf, eine ganze Menge Informationen mitnehmen, was Licht, Ort, Kleidung und Fokus angeht. Sowohl, um einfach mit dem Handy zu fotografieren, als auch mit der Kamera. Voraussetzung ist aber zu wissen, wie die Einstellungen beispielsweise bei einer Spiegelreflex vorzunehmen sind.
Der größte Teil dieses Buches wird vom "How to" eingenommen. Schritt für Schritt beschreibt Annegien, wie sie von der Idee zum fertigen Foto für Instagram gekommen ist. Man kann die vorher-nachher Bilder betrachten, und bekommt die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden.
Allerdings musste ich feststellen, dass ich als blutiger Anfänger im Bereich Photoshop mit vielen Begriffen der Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auch sehr knapp gehalten sind, nichts anfangen konnte (Bsp.: Transformieren -> Negativ multiplizieren). Trotzdem ist es faszinierend zu sehen, wie solche Bilder vom Konzept bis zum fertigen Ergebnis entstehen und da ich einen technikbegabten Bruder habe, der sich mit Bildbearbeitungsprogrammen auskennt, ist bei meinem Selbstversuch am Ende doch etwas Ansehnliches herausgekommen.     

 

Mittwoch, 26. September 2018

[Rezension] Wicked - Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit

                                                                 [Rezensionsexemplar]

Titel:
Wicked - Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Heyne
Seiten: 479
Preis: 14,99 [D] (Klappenbroschur)
             15,50 [A]
ISBN:  978-3-453-31976-9              


Inhalt:
Auf den ersten Blick ist Ivy Morgan eine normale junge Frau: Sie genießt das Studentenleben in New Orleans, und ist, seit dem tragischen Verlust ihrer ersten großen Liebe, überzeugter Single. Nur wenige ihrer Freunde wissen, dass Ivy einem Orden angehört, der die Menschen in New Orleans vor übernatürlichen Wesen schützt. Eines Tages wird Ivy von einer Fae angegriffen und schwer verletzt. Schnell ist klar, dass es bei dem Fae-Angriff nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, deshalb schickt der Orden seinen Elite-Mann Ren Owens nach New Orleans, um die Sache gemeinsam mit Ivy aufzuklären. Ren ist attraktiv, arrogant und flirty – alles Dinge, die Ivy gehörig auf die Nerven gehen. Doch er ist auch so verboten sexy, dass sie ihm schon bald nicht mehr widerstehen kann ...
 
Protagonisten:
Ivy ist eine unabhängige junge Frau, die vor keinem Kampf davonläuft, aber auf emotionaler Ebene Probleme hat, andere an sich heranzulassen. Das ist ihrer furchtbaren Vergangenheit zuzuschreiben, die sie einfach nicht loslassen kann. Sie ist nicht auf den Mund gefallen, hat immer irgendeinen sarkastischen Kommentar oder gerne auch Fluch auf den Lippen und lässt sich nicht sagen, was sie tun und lassen soll.  
 
Ren ... tja, was soll ich sagen. Mal wieder das Abbild eines absolut perfekten Mannes, der so einfach nicht existieren kann (*seufz*). Trotz seines sehr selbstbewussten Verhaltens, ist er ein wirklich sympathischer Kerl, bei dem man nicht ständig die Augen verdrehen muss, weil sein Gehabe einem auf die Nerven geht.    
 
Meine Meinung:
Von Jennifer L. Armentrout ist man einen mitreißenden und wundervoll bildlichen Schreibstil gewöhnt, der auch diesen ersten Teil ihrer neuen Fantasy-Trilogie zu einer durchgehend spannenden, sehr humorvollen und abwechslungsreichen Geschichte macht.
Auch wenn mir bereits beim Lesen des Klappentextes klar war, dass es sich wahrscheinlich um ein Buch voller Klischees handelt, musste ich es trotzdem lesen. Und ja, Ren ist ohne Frage das Klischee und Ivy irgendwie auch, genauso wie die Tatsache, dass ich bei der ersten Erwähnung eines möglichen Verräters in den Reihen des Ordens wusste, wer es sein musste sowie eine weitere Tatsache, die ich aber nicht weiter ausführen werde, sonst wären mögliche Überraschungen dahin.
Nichts desto trotz habe ich die letzten dreihundert Seiten am Stück verschlungen, musste bei den Wortgefechten zwischen Ivy und ihrem Brownie Tink (kein Kuchen sondern ein kleines, geflügeltes Wesen aus der Anderwelt) oft schmunzeln und habe die Charaktere ins Herz geschlossen, obwohl Ivy ein Problem mit Disney-Prinzessinnen zu haben scheint und sie sich damit bei mir keine Pluspunkte verdient hat. Die liebe Ivy mit ihren roten Locken ist ja so viel besser als Merida.
Ab und an wurde die Sprache dann doch etwas ausfallender und sehr, sehr umgangssprachlich, was man mögen sollte, aber im Großen und Ganzen nicht weiter stört.
Ebenfalls offensichtlich ist, dass die Protagonisten nicht mehr siebzehn sind, denn zum einen studiert Ivy und zum anderen geht es ab der Hälfte des Buches zwischen ihr und Ren ziemlich heiß her . Knisternd, sexy und voller prickelnder Emotionen geraten die beiden mehr als einmal aneinander. Solange es glaubwürdig bleibt und man nicht plötzlich das Gefühl entwickelt, sich im Genre geirrt zu haben - was leider doch der Fall war - haben solche Szenen durchaus ihren Reiz. Trotzdem sollten die beiden sexuelle Anziehung nicht mit Liebe verwechseln und statt im Bett, mal ein paar Tage zusammen verbringen.  
Der hauptsächliche Fantasy-Aspekt der Fae und deren Anderwelt ist ebenso mystisch wie faszinierend, aber noch nicht wirklich ausgebaut und ich hoffe, dass man im zweiten Band noch viel mehr über diese Wesen sowie ihre Welt erfährt.
Nach einem spannenden Finalkampf musste natürlich noch der Cliffhanger her, der einem das Warten bis Dezember umso schwerer macht.      

Montag, 24. September 2018

[Rezension] Zerrissene Erde

                                                                  [Rezensionsexemplar]

Titel: Zerrissene Erde
Autor: N. K. Jemisin
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 496
Preis: 14,99 [D] (Klappenbroschur)
             15,50 [A]
ISBN:  978-3-426-52178-6


Inhalt:
Inmitten einer sterbenden Welt hat die verzweifelte Essun nur ein Ziel: ihre Tochter aus den Händen eines Mörders zu befreien, den sie nur zu gut kennt.
Seit sich im Herzen des Landes Sansia ein gewaltiger Riss voll brodelnder Lava aufgetan hat, dessen Asche den Himmel verdüstert, scheinen immer mehr Menschen dem Wahnsinn zu verfallen. So lässt der Herrscher seine eigenen Bürger ermorden. Doch nicht Soldaten haben Essuns kleinen Sohn erschlagen und ihre Tochter entführt – sondern ihr eigener Ehemann! Essun folgt den beiden durch ein Land, das zur Todesfalle geworden ist. Und der Krieg ums nackte Überleben steht erst noch bevor.


Protagonisten:
Essun, die Frau, die ohne Rücksicht auf Verluste handelt, um ihre Tochter zu finden und den Tod ihres Sohnes zu rächen.

Syenit, die begabte Orogene, die jeden zu hassen scheint, aber nicht aufgibt

Damaya, das junge Mädchen, das nach und nach das Vertrauen in die Welt verliert, aber dennoch weiterkämpft

Meine Meinung:
Ungewöhnlich, genial gemacht und ganz anders als erwartet. Das sind spontan die Dinge, die ich zu diesem Buch im Kopf habe.
Zugegeben, es hat zwei Anläufe und etwa einen Monat Pause gebraucht, bevor ich mich vollständig auf die Geschichte einlassen konnte. Die Autorin glänzt mit einem unglaublich komplexen Weltenbau, vielen neuen Begriffen, deren Bedeutung man nur aus dem Kontext erfährt und einer Atmosphäre, die weder wirklich positiv oder negativ ist, sondern nur ein dumpfes Gefühl des Unwohlseins hinterlässt.
Gewöhnungsbedürftig ist vor allem die Art, wie N. K. Jemisin diese Geschichte erzählt. Zum einen verfolgt der Leser die junge Damaya, wie sie lernt, ihre Orogenie zu beherrschen, zum anderen Syenit, die sich auf eine gefährliche Reise begibt und natürlich auch Essun, die sich auf die Suche nach ihrer Tochter macht. Dabei werden Damayas und Syenits Kapitel aus personaler Sicht erzählt, während Essun mit "Du" angesprochen wird. Der Leser ist also der Charakter, der Charakter ist der Leser. Solch eine Art des Erzählens ist mir bisher noch nie untergekommen und hat es mir schwer gemacht, zu Essun eine Bindung aufzubauen. Aber es wurde mit jedem Kapitel besser und selbstverständlicher.
Trotzdem hat die erste Hälfte des Buches nur Verwirrung gebracht. Die drei Handlungsstränge scheinen nicht zusammenzupassen und die unzähligen fremden Begriffe machen das Verständnis auch nicht einfacher. Hier ist eindeutig mitdenken gefordert. Mitdenken und manchmal auch das wiederholte Lesen eines Satzes.
Irgendwann hatte ich aber dann so einigermaßen den Durchblick und konnte in diese düsteren, brutalen Welt eintauchen. Die Geschichte ist wirklich spannend, wenn auch keine leichte Kost, sobald man verstanden hat, was passiert und worum es wirklich geht.
Drei starke Frauenfiguren, die am Ende viel mehr gemeinsam haben, als man zu Anfang denkt, begeistern nicht nur mit ihren Fähigkeiten, sondern vor allem mit ihrem eisernen Willen und die Diversität, die die Autorin scheinbar völlig mühelos einbaut, wirkt einfach und ungezwungen.
Das Buch ist nicht das, was man von Science Fiction erwartet. Es ist eine komplexe Fantasy-Endzeit-Story, für die man Geduld und Einfühlungsvermögen benötigt, die jedoch voller überraschender Wendungen und Gänsehaut-Momenten steckt.      

Dienstag, 18. September 2018

[Reihenvorstellung] Mara und der Feuerbringer

[Rezensionsexemplare]

Die Bücher:
1. Mara und der Feuerbringer
2. Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal
3. Mara und der Feuerbringer - Götterdämmerung

Autor: Tommy Krappweis
Verlag: Schneiderbuch - Egmont
Preis: 12,95 [D] (Hardcover)

ACHTUNG! ENTHÄLT SPOILER!
 

Inhalt:
Die 14-jährige Mara wäre am liebsten eines: unauffällig. Ein ganz normales Mädchen. Ohne die Tagträume, die der Grund für die ständigen Hänseleien in der Schule sind. Doch gerade als sie beschließt, ihr Leben zu ändern, passiert plötzlich etwas Unglaubliches: Mara erfährt, dass sie eine der letzten Seherinnen ist. Eine Spákona. Und nur mithilfe ihrer besonderen Gabe kann sie verhindern, dass sich der Halbgott und Dämon Loki von seinen Fesseln befreit und zu einer Gefahr wird. Maras Welt gerät aus den Fugen: Wird sie es schaffen, sich dieser großen Aufgabe zu stellen?



Mara ist als eine der letzten Seherinnen dazu auserwählt, das Ende der Welt zu verhindern. Nun erfährt sie, dass der Feuerbringer doch noch nicht besiegt ist und seine Kraft täglich wächst. Zusammen mit Professor Weissinger versucht Mara, das Geheimnis um die Macht des Feuerbringers zu lüften. Dabei gerät sie in die Fänge der Todesgöttin Hel, die sie nur wieder gehen lässt, wenn Mara einen Auftrag für sie ausführt. Doch dafür muss sich Mara erneut in die Nähe des Halbgottes und Dämons Loki wagen …



Maras Welt ist in großer Gefahr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Feuerbringer zurückkehren und alles um sie herum auslöschen wird. Mara muss unbedingt herausfinden, wer ihr geheimnisvoller Auftraggeber ist! Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Und plötzlich überstürzen sich die Ereignisse: Eine spannende Verfolgungsjagd durch die Götterwelt beginnt. Kann Mara das große Unheil aufhalten und ihre Welt retten?





Protagonisten:
Mara Lorbeer ist 14 Jahre alt und eine Spákona - eine Seherin. Dabei will sie eigentlich doch nichts weiter als normal zu sein. Sie ist ein unglaublich sympathischer Charakter und entwickelt sich von einem stillen, unscheinbaren Mädchen zu einer schlagkräftigen, witzigen und sehr mutigen Person.

Professor Reinhold Weissinger ist Fachmann für nordisch-germanische Mythologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Er ist die erste Anlaufstelle, die Mara findet, nachdem sie herausgefunden hat, was sie ist. Anfangs zweifelt er an ihren unglaublichen Erzählungen, doch seine Neugierde ist geweckt. Mit seinem umfangreichen Wissen steht er ihr schließlich tatkräftig zur Seite, wird zu ihrem Begleiter, Ratgeber und letztendlich väterlichen Freund. Zu Maras Mutter entwickelt er sichtbar Zuneigung, obwohl die beiden nicht unterschiedlicher hätten sein können, doch aufgrund seines Humors finden sie langsam zueinander.   

Christa Lorbeer ist Maras alleinerziehende Mutter und ein sehr spezieller Charakter. Mit ihrem Hang zur Esoterik schleppt sie Mara zu allen möglichen Seminaren ihrer Wiccas von der Au - einer feministisch-esoterischen Frauengruppe - wie einem sogenannten Baumsprechseminar. Sie glaubt daran, selbst eine besondere, spirituelle Begabung zu haben. Die Beziehung zu Mara ist nicht einfach. Beide fühlen sich von der anderen unverstanden, lernen aber, einander besser zu verstehen.


Professor Weissinger, Mara, Sigyn und Sigmund der Drachentöter
Mara und ihre Mutter

Meine Meinung:
Ich gestehe, dass ich den Film geschaut habe, bevor ich die Bücher gelesen habe, obwohl ich es eigentlich immer andersherum mache, aber ich finde, dass es so die beste Entscheidung war. Allein schon wegen Jan-Josef Liefers in der Rolle des Professors musste ich den Film schauen und bin absolut begeistert. Der Mann passt einfach perfekt zu diesem Charakter und ich hatte beim Lesen immer seine Stimme im Kopf. Auch habe ich das Vorwort von Tommy Krappweis zu den Veränderungen zwischen Buch und Film gelesen, weswegen ich die Unterschiede überhaupt nicht schlimm fand. Weder im Buch noch in Film.
Tommy Krappweis überzeugt mit Witz, einer Menge interessantem Fachwissen rund um die nordische Mythologie und tollen Charakteren. Ich habe beim Lesen selten so gelacht, wie bei dieser Buchreihe. Mara ist eben erst 14 Jahre alt und da sind die Gedankengänge nun einmal eine Mischung aus Kind, Möchtergern-Erwachsenem und pubertierendem Mädchen. Ich fand es wirklich großartig zu lesen, wie Mara sich im Laufe der Bücher entwickelt hat, die Beziehungen zu ihrer Mutter und Professor Weissinger sich veränderten und auch die Erkenntnisse zu ihren Kräften eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Da ich ein Fan der nordischen Mythologie bin, war meine Begeisterung umso größer, dass Loki, Sigyn, Freyja, Odin, Thor und Co und alles, was dazugehört, aufgetaucht sowie durch den Drang des Professors, Mara alles zu erklären, in die Handlung mit eingeflossen sind. Vieles wusste ich bereits, doch ich habe Dinge dazugelernt und werde mich in Zukunft vor Eichhörnchen in Acht nehmen müssen :D.
Bis zum bitteren Ende habe ich mit Mara gebangt, musste manchmal eine Stelle doppelt lesen, um dahinter zu steigen, welch geniale Idee sie nun schon wieder aus ihrer misslichen Lage retten soll und war erstaunt, wie gut das dann auch oft geklappt hat.
Besonders witzig ist die Tatsache, wie Mara und der Professor die Polizistin Frau Gessner immer wieder an der Nase herumgeführt haben.
Wer also Lust auf ein humorvolles Leseabteuer mit Lerneffekt und vielen coolen Sprüchen hat, der kann mit dieser Reihe absolut nichts falsch machen. Nebenbei muss erwähnt sein, dass ich Mara sehr viel authentischer sowie sympathischer finde, als manch andere Protagonistinnen aus manch anderen zum Himmel gelobten Büchern.    

Sonntag, 16. September 2018

[Rezension] Ash Princess

                                                                     [Rezensionsexemplar]

Titel: Ash Princess
Autor: Laura Sebastian
Verlag: cbj
Seiten: 512
Preis: 20,00[D] (Hardcover)
             20,60 [A]
ISBN:  978-3-570-16522-5


Inhalt:
Theo ist noch ein Kind, als ihre Mutter, die Fire Queen, vor ihren Augen ermordet wird. Der brutale Kaiser raubt dem Mädchen alles: die Familie, das Reich, die Sprache, den Namen. Und er macht aus ihr die Ash Princess, ein Symbol der Schande für ihr Volk. Aber Theo ist stark. Zehn Jahre lang hält die Hoffnung sie am Leben, den Thron irgendwann zurückzuerobern, allem Spott und Hohn zum Trotz. Als der Kaiser Theo eines Nachts zu einer furchtbaren Tat zwingt, wird klar: Um ihren Traum zu erfüllen, muss sie zurückschlagen – und die Achillesferse des Kaisers ist sein Sohn. Doch womit Theo nicht gerechnet hat, sind ihre Gefühle für den Prinzen ...

Protagonisten:
Theodosia (Theo) ist die rechtmäßige Königin von Astrea, wird nach der grausamen Eroberung ihres Landes durch den Kaiser von Kalovaxianern jedoch zur Ascheprinzessin herabgesetzt und Lady Thora genannt. Die zehn Jahre unter der Herrschaft des Kaisers haben unzählige Narben hinterlassen - körperlich und seelisch - aber Theo hat sich nicht vollständig brechen lassen. Sie ist ohne Zweifel ein starker Charakter, der in seinem kurzen Leben eine unvorstellbare Menge an Brutalität durchmachen musste, doch so ganz warm bin ich mit ihr nicht geworden.

Søren ist der Sohn des Kaisers und somit Prinz der Kalovaxianer. Ganz klischeemäßig verliebt er sich in Theo, soll aber die Tochter des engsten Beraters seines Vaters heiraten, die zufällig die einzige Freundin ist, die Theo am Hof hat. Er will nicht so sein, wie sein grausamer Vater und versucht, sich vor Theo für seine begangenen Taten zu rechtfertigen, um von ihr so etwas wie Vergebung zu hören zu bekommen.

Meine Meinung:
"Ash Princess" ist der Auftakt einer neuen Trilogie, dessen Cover einfach umwerfend ist. Von der groben Story her ist das Buch nichts großartig Neues, konnte mich aber dennoch an vielen Stellen überraschen.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht schwer. Die Autorin hat eine Fantasywelt erschaffen, die recht düster, brutal und voller verschiedenster Götter, Magieelementen und Wesen ist. Da die Handlung sich jedoch hauptsächlich auf den Palast in Astrea konzentriert und andere Orte nur genannt werden, fallen die Länder um Astrea, ja selbst Astrea an sich nur sehr blass aus. Da sehe ich noch viel ausbaufähiges Potenzial. Das Gleiche auch im Rahmen der Magie, deren Vielfalt und Nutzung ebenfalls nur angerissen wurde. In einer Weise verständlich, da Theo nur das wissen kann, was sie bis zu ihrem sechsten Lebensjahr von ihrer Mutter gelernt hat. Trotzdem hat es mich ein wenig gestört.
Die Nebencharaktere waren mir persönlich zu oberflächlich, auch wenn man hier und da einen Blick auf ihr bisheriges Leben werfen konnte. Vor allem Cress wirkte auf mich wie diese typische Freundin der Protagonistin: verwöhnt, hübsch, liebenswürdig bis zu dem Punkt, an dem sie bemerkt, dass Søren sich für Theo interessiert.
Wo wir auch schon bei der Romantik angekommen wären, die in solch einem Buch natürlich nicht fehlen darf. Zu meinem Missfallen hat die Autorin hier wieder versucht, das berühmte Liebesdreieck einzubauen, was die Geschichte irgendwie spannender macht, aber auch anstrengender, wenn man so etwas nicht mag.
Zum Ende hin, wurde das Tempo angezogen, die Spannung größer und ich dachte mir, wenn sie das wirklich durchzieht, wäre ich echt beeindruckt, aber Theo hat mich in dieser Hinsicht leider enttäuscht. Vielleicht sei an dieser Stelle gesagt, dass mir 16 Jahre alte Racheköniginnen einfach zu jung sind und ich sie mir ein paar Jahre älter gewünscht hätte.
Trotzdem kann die Geschichte mit einigen interessanten Wendungen punkten, die mich wirklich überrascht haben, der Schreibstil ist flüssig und leicht zu verstehen, die Spannung durchgehend auf relativ hohem Niveau. Die Brutalität und das menschenverachtende Verhalten des Kaisers gegenüber Theo und den Astreanern haben mich erschüttert, doch nicht sehr berührt, da die Autorin Distanz bewahrt hat, was für ein Jugendbuch womöglich nicht schlecht ist.
Das Ende ist glücklicherweise kein fieser Cliffhanger, aber doch sehr, sehr offen und ich bin extrem neugierig, wie sich die Geschichte weiterentwickelnd wird.
   
 
 


Montag, 10. September 2018

[Rezension] Das Gold der Krähen

                                                        [Rezensionsexemplar]
Titel: Das Gold der Krähen
Autor: Leigh Bardugo
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 592
Preis: 16,99 [D] (Klappenbroschur)
             17,50 [A]
ISBN:  978-3-426-65449-1  


Inhalt:
Kaz Brekker und seinen Krähen ist ein derart spektakulärer Coup gelungen, dass sie selbst nicht auf ihr Überleben gewettet hätten. Statt der versprochenen fürstlichen Belohnung erwartet sie jedoch bitterer Verrat, als sie nach Ketterdam zurückkehren. Haarscharf kommen die Krähen mit dem Leben davon, Kaz' Geliebte Inej gerät in Gefangenschaft. Doch Kaz trägt seinen Spitznamen »Dirtyhands« nicht ohne Grund – von jetzt an ist ihm kein Deal zu schmutzig und kein Risiko zu groß, um Inej zu befreien und seinen betrügerischen Erzfeind Pekka Rollins zu vernichten.

Protagonisten:
Ich könnte jetzt Romane über Kaz, Inej, Nina, Matthias, Jesper und Wylan schreiben, aber das würde zum einen den Rahmen sprengen und zum anderen muss man in diesen Büchern (Das Lied der Krähen und Das Gold der Krähen) die sechs Krähen während des Lesens kennenlernen. Aber eines sei gesagt: Ich liebe jeden einzelnen von ihnen. Den Dieb, die Spionin, den Verurteilten, die Magierin, den Scharfschützen und den Ausreißer - zusammen scheint für sie nichts unmöglich, ihre Gruppendynamik ist on Point und es macht einfach unheimlichen Spaß, ihr Abenteuer zu verfolgen. Der einzige Punkt, der mir immer noch nicht so ganz in den Kopf will, ist das junge Alter der sechs. Sie wirken - vor allem Kaz - viel reifer. Doch dann gibt es auch wieder Szenen kindischen Geplänkels, das mir wieder vor Augen geführt hat, dass sie wirklich erst siebzehn plus-minus eins sind.  

Meine Meinung:
Wie drückt man am besten aus, wie verdammt großartig dieses Buch ist, wenn man sich in seiner Wortwahl eigentlich nur immer wieder wiederholen würde? Wie Kaz vielleicht sagen würde ... nichts ist unmöglich.
Fangen wir am besten von vorne an. Während des Lesens habe ich immer wieder gehört, dass man zuerst die Grisha-Reihe gelesen haben sollte, da die Krähenreihe im Grishaverse angesiedelt ist und sich deswegen vermutlich Dinge schneiden und Personen auftauchen, die man aus den anderen Büchern bereits kennt. Dadurch würde man vermutlich noch einen größeren Einblick in die entwickelte Welt bekommen, aber ich kann euch versichern, dass man die Bücher nicht kennen muss, um die Krähenreihe zu verstehen und ein unglaubliches Lesevergnügen zu erleben.
Genau wie im ersten Teil erlebt man die Geschichte aus der Sicht aller sechs Charaktere. Dadurch erfährt so viel mehr über sie, ihre Schicksale und Gefühle. Nichts wirkt dabei konstruiert. Die Charaktergestaltung ist schlicht und einfach perfekt. Ebenso wie das Settig. Ketterdam mit seinen dunklen Gassen und Kanälen, zwielichtigen Spelunken und rivalisierenden Banden ist mir inzwischen so vertraut geworden.
Zu der genialen Story kommt, dass Leigh Bardugo einfach ein Händchen dafür hat, dem Leser den Atem stocken zu lassen. Immer wieder scheint es, als würde alles verloren sein und dann kommt Kaz mit seinen Plänen um die Ecke. Er hat mich immer und immer wieder überrascht. In diesem Buch sogar noch ein bisschen mehr als im ersten Teil. Es ist hierbei einfach unmöglich, zu erahnen, was passieren wird, denn ein Problem jagt das nächste. Grandios! Die Lösungen, das Zusammenspiel von Zufall und unverschämtem Glück sowie riskant geplanten Aktionen sind in meinen Augen völlig unrealistisch, aber gerade deswegen ist dieses Buch so unfassbar spannend.
Am Ende war ich erleichtert, aber auch unsagbar traurig. Es war vielleicht nicht das spektakulärste Finale, doch es passt zu unseren Krähen und ich habe (fast) nichts dagegen einzuwenden.  

   

Dienstag, 4. September 2018

[Rezension] Tanz im Regen

                                                          [Rezensionsexemplar]

Titel: Tanz im Regen
Autor: Edis Brückner
Verlag: Sweek, Books On Demand
Seiten: 292
Preis: 15,99 [D] (Taschenbuch)

ISBN: 9789463676236


Inhalt:
Als Theo unverhofft in Lucys Leben tritt, sträubt sie sich gegen ihr potenzielles Glück. Geplagt von den Schatten ihrer Vergangenheit ist Lucy nicht dazu bereit, sich ihren Gefühlen für Theo zu öffnen. Dennoch - die Anziehungskraft, die beide aufeinander ausüben, tut beharrlich ihren Dienst. Während das Glück sich langsam den Weg in ihr Leben bahnt, stellt Lucy sich ihren unglücklichen Erinnerungen. Eine Zeit lang scheint alles gut, wäre da nicht dieser eine verheerende Streit...

Protagonisten:
Lucy hat gerade ihr Abitur bestanden und weiß noch nicht, was sie nun mit ihrem Leben anfangen soll. Sie nutzt ihre neu gewonnene Freizeit erst einmal für Ausflüge mit ihren Freundinnen, Partys, Alkohol und Jungs. Ich stand ihr eine ganze Zeit lang sehr skeptisch gegenüber, weil sie einfach das totale Gegenteil in ihrem Verhalten von mir selbst ist - was natürlich nicht schlecht sein muss. Und irgendwie wollten einige Dinge in meinem Kopf einfach nicht zusammenpassen. Einerseits ist sie wirklich gut in der Schule gewesen, andererseits raucht, kifft und trinkt sie gefühlt ständig.   

Theo ist endlich mal der Typ Mann, den ich in vielen anderen Büchern vermisse. Er sieht gut aus, ist aber weder großartig muskelbepackt, noch hat er ein Bilderbuch-Sixpack. Seine ruhige, verständnisvolle, aber auch unverwandte Art war mir auf Anhieb sympathisch. Mit einem unglaublichen Maß an Geduld und Liebe nimmt er sich Lucy an, die es ihm nie ganz leicht macht.

Meine Meinung:
Wow. Das war wohl mein erster Gedanke, nachdem ich das Buch beendet hatte. Ich war schlicht und einfach überwältigt von dem, was die Autorin hier kreiert hat.
Die Handlung besteht aus zwei Strängen. Zum einen verfolgen wir Lucys Geschichte ab dem Ende ihrer Schulzeit. Zum anderen lesen wir Kapitel, die sich fünf Jahre später in der Gegenwart aus Theos Sicht abspielen. Es ist unglaublich, wie gut vor allem in Theos Kapiteln die Spannung aufgebaut und auch bis zur Auflösung am Ende gehalten wurde. Mit jeder Seite wurde mir mulmiger Zumute, denn ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde.
Anfangs muss ich sagen, dass mich die Geschichte kaum von sich überzeugen konnte. Lucy erschien mir ziemlich oberflächlich, ihr übermäßiger Konsum von Alkohol und Drogen hat mich nur den Kopf schütteln lassen und das Hin- und Her ihrer Gefühle ergab kaum Sinn. Je mehr man allerdings über sie erfuhr, je mehr ich sie kennenlernte, desto besser wurde es, sie zu verstehen und ihr Handeln nachzuvollziehen.
Die Liebesbeziehung zwischen ihr und Theo entwickelt sich langsam und mit einer ordentlichen Portion Realität. Nichts ist immer so einfach, wie es den Anschein hat, denn Lucys Vergangenheit steht ständig zwischen den beiden.
Der Schreibstil ist der Geschichte angepasst, liest sich wunderbar und hält einige (sehr) emotionsgeladene Momente bereit.
Letzten Ende habe ich Lucy, ihre Tante, natürlich Theo und auch ihre Freundin Theresa wirklich ins Herz geschlossen und war vollkommen sprachlos über den Schluss des Buches.