Mittwoch, 28. Oktober 2020

[Rezension] Elfenmal 1 - Gezeichnete der Schatten

                                                            [Rezensionsexemplar]


Titel:
Elfenmal - Gezeichnete der Schatten
Autor: Leni Wambach
Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 315
Preis: 3,99 [D] (E-Book)
             3,99 [A] 
ISBN: 978-3-646-60643-0


Inhalt:
Neia hat es als gezeichnete Elfe in Kentan nicht leicht. Dunkle Male zieren ihr Gesicht und machen sie aufgrund ihrer Herkunft zur Außenseiterin. Dank der Hilfe der einflussreichen Lady Renna genießt sie trotzdem ein fast normales Leben als Dienerin und Spionin. Als Neia jedoch beobachtet, wie ein Prinz des Nachbarlandes durch verfluchte Magie stirbt, kommt für sie nur eines infrage: Flucht. Ihr zur Seite stehen dabei nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch ein junger Adeliger, dessen braune Augen Neia schon bei ihrer ersten Begegnung wie magisch angezogen haben … 

Protagonisten:
Neia ist eine Elfe, gezeichnet mit dunklen Malen im Gesicht, die sie zu einer Außenseiterin machen. Dennoch versucht sie, das Leben, das sie dank Lady Renna führen kann, so gut es geht zu genießen. Dank ihrer besten Freundin Mirri kann sie kämpfen, ist eine gute Beobachterin und Zuhörerin. 

Lady Renna ist eine Adlige aus Kentan, die Neia aufgenommen, ihr eine Anstellung als Dienerin verschafft hat und sie als Spionin beschäftigt. Anders als andere Menschen der Stadt sind Elfen, vor allem gezeichnete Elfen, ihr nicht zuwider. Sie pflegt ein weitläufiges Netzwerk an Kontakten. Vor allem zur Königin von Kentan hat sie ein besonders enges Verhältnis. 

Elys ist der jüngste Sohn eines Adligen und Anhänger des Gottes der vielen Gesichter. Kämpfen kann er nicht besonders gut. Dafür verfügt er über einen großen Schatz an Wissen, ist fürsorglich, offen und hat eine gute Menschenkenntnis. 

Meine Meinung:
Ich weiß nicht, ob ich es in einer Rezension zu einem der anderen Bücher von Leni Wambach schon erwähnt habe, aber Leni ist inzwischen für mich zu einer Autorin geworden, von der ich jedes Buch lesen würde, ganz gleich, worum es geht. 
"Elfenmal" ist für mich auf jeden Fall das nächste Highlight dieses Jahres. die Geschichte der gezeichneten Elfe Neia konnte mich von Anfang bis Ende fesseln. Diese neue, große Welt (einen Teil davon durfte ich für Leni illustrieren), ist vielschichtig und spannend. Immer wieder lässt sie Informationen über die Beziehungen der Länder einfließen, vergangene Kriege oder prägende Ereignisse. 
Am besten sind jedoch wie immer die Charaktere. Irgendwie schafft Leni es immer, genau solche Protagonisten und Nebenfiguren zu erschaffen, die es mir antun. Dieses Mal waren es neben Neia und Elys vor allem Neias beste Freundin Mirri, die mich mit ihrer trockenen Art und ihrem Selbstbewusstsein ab und zu zum Schmunzeln bringen konnte. Auch Lady Renna ist ein faszinierender Charakter, den ich jedoch noch nicht ganz durchschaut habe. Ich habe so die Vermutung, dass sie noch eine größere Rolle spielen wird. Oder zumindest die Hoffnung. 
Viele der Figuren sind queer. Neia nicht, aber ihre Liebesgeschichte mit Elys ist unfassbar schön, wenn auch etwas kompliziert. Und sie entwickelt sich langsam, nachvollziehbar und echt. Darin ist Leni auch eine Meisterin. Es gibt kein unnötiges Drama, die Charaktere können verzeihen und nicht alles endet gleich in Streit und Wut. 
Geschrieben ist das Buch aus den Perspektiven von Neia, Elys und Mirri. Immer wieder gibt es Szenen, die vor Action und Spannung trotzen, dann wieder ruhige Momente voller Gefühl. 
Der Epilog hat in mir ein ganz, ganz ungutes Gefühl hinterlassen. Ich weiß nicht, ob ich ihn die richtige Richtung denke, aber wenn ja: böse Leni! Zum Glück erscheint Band 2 bereits im Dezember. 

-> Hier geht es zum Buch: Elfenmal - Gezeichnete der Schatten

Montag, 26. Oktober 2020

[Rezension] Shattered - Schwarzes Blut

                                                                            [Rezensionsexemplar]


Titel: Shattered - Schwarzes Blut
Autor: Bianca Wege

Verlag: Loomlight
Seiten: 310
Preis: 3,99 [D] (E-Book)

ISBN: 
9783522654432

Inhalt:
Gemeinsam mit Ace nimmt Haley den Kampf gegen Schattenwesen auf.

Haley ist eine Zonenwächterin - ihre Aufgabe ist es, die Bewohner in Antrum vor den todbringenden Schattenwesen zu schützen. Zunehmend aber verschwinden Menschen spurlos, und Haley muss sich - zunächst widerwillig - eingestehen, dass sie die Hilfe des mysteriösen Kriegers mit den silbernen Augen gut gebrauchen kann. Aber darf sie ihm trauen?

Protagonisten:
Haley ist Zonenwächterin, das heißt, sie beschützt die Bewohner ihrer Stadt vor den Schatten, die Menschen besetzen und ihnen so den Tod bringen. Sie ist tough, mutig, hitzig und würde alles tun, um diejenigen zu beschützen, die ihr am Herzen liegen. 

Meine Meinung:
"Shattered" ist das Debüt von Bianca Wege und konnte mich mit der Menge an Ideenreichtum definitiv überraschen. Die Mischung aus Romantasy, Thrill und Sci-Fi/Dystopie hatte es in sich. 
Erzählt wird die Geschichte aus Haleys Sicht. Allerdings gibt es zwischendrin immer mal wieder Kapitel aus den Perspektiven anderer Charaktere, die anders als Haleys in Er/Sie-Erzählweise verfasst wurden. Mich hat das überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: es hat das Buch nur spannender gemacht. 
Auch die Liebesgeschichte zwischen Haley und Ace war für mein Empfinden wunderbar in die Handlung eingebaut, langsam entwickelt und nachvollziehbar. 
Haley ist als Protagonistin wirklich großartig. Auch Ace lernt man lieben, sobald er sich öffnet. 
Am liebsten mochte ich allerdings den Major. Sie ist ein wirklich starker Charakter mit einem nahbaren Kern, die Verantwortung trägt, schwierige Entscheidungen treffen und selbst in angsteinflößenden Situationen ihren Leuten eine Anführerin sein muss. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es auch ein paar Kapitel aus ihrer Sichtweise gab. Allerdings gefiel mir gar nicht, in welche Richtung sich ihre Geschichte am Ende entwickelt hat. Bianca, ich brauche eine Erklärung dafür! Dringend. 
Es gibt einige Wendungen, die mich mehr oder weniger stark überraschen konnten, viele Kämpfe, widerliche Monster und den Untergang der Welt. Dramatisch? Ja, auf jeden Fall. Und dennoch nicht fernab der Realität. 
Und nach dem Ende bin ich extrem gespannt auf die Fortsetzung. 

[Rezension] Götterträne 2 - Verraten von einem Gott

                                                                 [Rezensionsexemplar]


Titel: Götterträne 2 - Verraten von einem Gott
Autor: Nicole Lange

Verlag: Federtraum Verlag
Seiten: 296
Preis: 3,99 [D] (E-Book)

ISBN: 
9783739492742

Inhalt:
"Früher oder später wirst du dich an meine Worte erinnern. Mach dich darauf gefasst, dass du uns
Göttern Schaden zufügen wirst, ob du das nun willst oder nicht!" 
Die Götterträne, ein kleiner, tränenförmiger Diamant hat Malina auf einige harte Proben gestellt und ihre bisherige Weltansicht durcheinandergeworfen. Aber Malina wäre nicht sie selbst, wenn sie sich dem Kampf um die Träne und ihre Person nicht stellen würde. Die Götterwelten vereinen sich mit ihr gegen das Eine, das sie zu brechen droht. Doch der Verrat eines rachsüchtigen Gotts, der eine große Gemeinsamkeit mit Malina hat, trifft die Götter tief und unerwartet. 

Protagonisten:
Malina hat einiges über sich erfahren: Sie ist die Hüterin der Götterträne und eine Sonnengöttin, quasi eine Nachfahrin des ägyptischen Sonnengottes Re. Damit einher geht eine Menge neuer Verantwortung, neuer Konflikte und neuer Aufgaben. Dennoch verliert sie nicht ihre Schlagfertigkeit, ihre starken Emotionen und ihren Mut. 

Meine Meinung:
Nach "Verliebt in einen Gott" folgt nun "Verraten von einem Gott". Da es sich um Band zwei der Dilogie handelt, will und muss ich mich ziemlich zurückhalten, um nicht zu spoilern. Fakt ist, der Schreibstil von Nicole ist wie schon in Band eins super flüssig, gespickt mit Witz und Wortgefechten zwischen den unterschiedlichsten Charakteren, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. 
Ging es in Band eins noch recht sachte zu, so bekommt man hier sehr viel Action, Spannung und Drama geliefert. Gewisser Gott der Unterwelt will etwas von Malina. Genauso wie der Teufel persönlich. Thor, Loki und all die vielen anderen Götter der unterschiedlichsten Mythologien spielen ebenfalls eine tragende Rolle. Ihr Auftreten hat mich das ein oder andere Mal Schmunzeln lassen. Malina wird vor beinahe unlösbare Probleme gestellt. Aber eben nur beinahe, denn irgendwie schafft sie es dann doch aus der Misere. 
Was mir schon in Band eins aufgefallen ist und sich in diesem Teil fortsetzt, ist die (in meinen Augen) überzogene Dramatik. Alles erscheint extrem schrecklich, unglaublich schön oder besonders böse. Malinas Reaktionen auf Thors Nähe immer übernatürlich heftig. Gibt es sowas? So eine starke Liebe? Ich habe keine Ahnung. 
Nach einigem Hin und Her, vielen aussichtslosen Situationen, mehreren Zusammenbrüchen auf Malinas Seite, die bei ihr mit Selbsthass und dem Gedanken, versagt zu haben, einhergehen, erhalten die Charaktere dann doch noch ihr Happy End. 
Alles in allem eine sehr schöne Romantasy-Dilogie über Mythologie, Gut und Böse und eine junge Frau, die sich in einen Gott verliebt. 

[Rezension] Larandia - Das Bündnis der Zehn

                                                           [Rezensionsexemplar]


Titel: Larandia - Das Bündnis der Zehn 
Autor: B. L. Bell

Verlag: 
Eulogia Verlag
Seiten: 256
Preis: 5,99 [D] (E-Book), 13,90 
[D] (Taschenbuch)
ISBN: 
978-3969670002

Inhalt:
Kimberlys Welt ist perfekt:
 Partys, Freunde und Mode interessieren das IT-Girl, das gerade die High
School in Kalifornien abgeschlossen hat. Mit ihrem Freund Justin bildet sie das absolute Traumpaar. Doch sie wird 
unerwartet aus diesem Traumleben gerissen: Plötzlich sterben ihre Eltern überraschend bei einem Flugzeugabsturz. Sie ist am Boden zerstört und muss in eine Nervenklinik. Ihr einziger Hoffnungsschimmer und letzten Verwandten: ihr Onkel und ihre Tante in Wick, einer verschlafenen Kleinstadt in Schottland. Dort muss sie von neuem anfangen und lernt Oliver kennen. Er ist der Star an ihrer neuen Schule und scheint sich für sie zu interessieren. Doch auch Adam, ein ruhiger, begabter Musiker, weckt ihr Interesse. Doch schnell muss sie feststellen, dass beide besondere Fähigkeiten haben – genau wie Kimberly selbst auch. Auch die Ruinen von Wick scheinen ein mysteriöser Ort zu sein und schon bald wird sie feststellen, dass auch sie ihre speziellen Fähigkeiten nutzen muss und selbst in den Kampf um Larandia verwickelt wird.

Protagonisten:
Kimberly ist das IT-Girl ihrer High School in Kalifornien. Sie erscheint auf den ersten Blick oberflächlich, eigensinnig und eher wie jemand, dem ich persönlich aus dem Weg gehen würde. Sie ist sehr auf ihr Äußeres bedacht, behandelt andere gerne mal von oben herab und genießt ihr perfektes Leben mit dem perfekten Freund. 

Meine Meinung:
Man nehme "Herr der Ringe", zwei Bad-Boys samt Dreiecksbeziehung und eine High-School/Akademie-Geschichte und schon hat man "Larandia". 
Zu Erklärung: Das Buch besteht aus zwei Geschichten, die parallel stattfinden und auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben. Handlungsstrang Nummer eins spielt in Kimberlys Leben. Handlungsstrang Nummer zwei in Larandia rund um den Magier Gollnow, der eine kleine Gruppe bestehend aus einem Gnom, einem Elb, einer Paladin-Prinzessin, einem menschlichen Ritter sowie einem Gestaltwandler anführt (aufgrund dieser Konstellation musste ich einfach ständig "Herr der Ringe"- Vergleiche ziehen, da es zu jedem der Tolkien-Charaktere irgendwie ein Pendant in "Larandia" gibt). 
Beide Geschichten laufen unabhängig voneinander fort, doch man merkt, dass es einen Zusammenhang geben muss. 
Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn mein Schwierigkeiten mit dem Schreibstil hatte, der irgendwie holprig wirkte. Jeder Charakter, der neu auf der Bildfläche erschien, wurde sofort ausführlich beschrieben. Ich persönlich mag es lieber, wenn so etwas eher nacheinander in die Geschichte eingeflochten wird. Auch erschienen mir manche Dialoge als seien sie bloß da, um Informationen zu überbringen, die für den Leser bestimmt sind. 
Jeder weiter man aber im Buch vorankommt, desto mehr merkt man auch die Entwicklung der Autorin, was den Stil ihres Schreibens angeht. Er wird deutlich flüssiger und baut Spannung auf. 
Den "Herr der Ringe"-Aspekt habe ich ja schon erwähnt. Kommen wir zu den beiden Bay-Boys samt Liebesdreieck. Von beidem bin ich selbst kein großer Fan. Deswegen empfand ich das eifersüchtige Getue von Oliver und Adam eher als anstrengend. Vor allem Oliver war mir Kimberly gegenüber oft zu besitzergreifend, dabei waren sie noch nicht einmal ein Paar. Positiv anmerken muss ich, dass Kimberly sich sehr weiterentwickelt hat und mit jeder Seite sympathischer wurde, sobald sie ihr IT-Girl Dasein nach und nach abgelegt hat. Allerdings blieb der wirkliche Beziehungsaufbau neben den actionreichen Szenen zwischen ihr und den Jungs definitiv auf der Strecke. Da hätte ich mir mehr Tiefe erhofft und dann sicherlich auch besser verstanden, warum sie der Meinung war, sich nach so kurzer Zeit schon zwischen ihnen entscheiden zu müssen. 
Zum Ende hin führen schließlich beide Handlungen zusammen, es gibt Kämpfe, gruselige Kreaturen und ein paar Enthüllungen. 
Man merkt, dass hinter der Idee eine Menge kreatives Potenzial steckt, das in meinen Augen etwas holprig umgesetzt wurde. Mal sehen, wie das Ganze in Band zwei fortgeführt wird. 

Montag, 19. Oktober 2020

[Rezension] Die Dunklen Pfade der Magie

                                                                          [Rezensionsexemplar]


Titel: Die Dunklen Pfade der Magie 
Autor: A. K. Larkwood

Verlag: Fischer Tor
Seiten: 541
Preis: 16,99 [D] (Klappenbroschur)

           17,50 [A]
ISBN: 
978-3-596-00069-2

Inhalt:
Bereits in jungen Jahren steht Csorwe vor der Entscheidung ihres Lebens: Soll sie ihrer Bestimmung
folgen und sich als erwählte Braut des Unaussprechlichen opfern? Oder soll sie ihren Gott verraten und in die Dienste eines mächtigen Magiers treten? Sie wählt das Leben – und damit beginnen ihre Probleme. Als Schwerthand von Belthandros Sethennai bereist sie durch flammende Tore die Welten, auf der Suche nach einem längst vergessenen Artefakt, und kämpft mit Gegnern, deren Waffen schärfer sind als die beste Klinge. Irgendwann muss sie begreifen: Die dunklen Pfade der Magie sind gewunden, und auf einigen wartet ein Schicksal, das schlimmer ist als der Tod.

Protagonisten:
Csorwe ist noch ein Mädchen, als Belthandros Sethennai sie vor dem Tod rettet und zu seiner Schwerthand macht. Sie ist sehr widerstandsfähig, impulsiv, streitet gerne, hört oft nicht auf das, was man ihr sagt und hat ihrem Gott, dem Unaussprechlichen, lange abgeschworen. Sie kann hervorragend kämpfen, bringt sich durch ihren Dickkopf aber immer wieder in Gefahr. 

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eine spannende, queere High-Fantasy-Geschichte, die mit einer großen neuen Welt und ziemlich komplizierten Namen. Aus diesem Grund hat es einige Zeit gedauert, ehe ich in der Geschichte drin war, die Welt verstanden habe, die im Grunde aus ganz vielen Welten besteht, die man durch Tore bereisen kann. 
Auch geht der Anfang recht schnell von statten und man erlebt innerhalb weniger Kapitel wie Csorwe vom Mädchen zur Frau wird. 
Geschrieben ist das Buch in meinen Augen wie ein typischer High-Fantasy-Roman. Gradlinig, mit eher wenig Emotionen, undurchschaubaren Charakteren, die man nicht unbedingt mag und einer sehr verschwommenen Linie zwischen Schwarz und Weiß, Gut und Böse. Die "Böse" der Geschichte mochte ich sehr. Eben wegen der Verschwommenheit zwischen gut und schlecht. Die Beziehungen zwischen den Charakteren basieren nicht wirklich auf Freundschaft, was größtenteils daran liegen mag, dass Csorwe jemand ist, der nicht gerne soziale Bindungen eingeht. Eine Liebesgeschichte gibt es trotzdem. Fein und unaufdringlich, immer mal erwähnt, sodass man über das Buch hinweg merkt, dass sich da etwas entwickelt. Wie schon erwähnt sind die meisten Charaktere queer, was aber nicht großartig hervorgehoben wird, einfach, weil es normal ist. So wie es sein sollte.
Blutige Szenen, Spannung sowie Action gibt es definitiv, einige Kämpfe werden leider in wenigen Sätzen abgehandelt, während eher nicht ganz so wichtige Szenen über Seiten gezogen werden. 
Es ist ein Einzelband (glaube ich zumindest) mit einem wunderbaren Ende für unsere Protagonistin und ihren Love interest.
Alles in allem ein Buch, für das man Geduld braucht, aber mit einer fantastischen Geschichte belohnt wird, wenn man Durchhaltevermögen beweist. 

[Rezension] Die Worte des Windes

                                                                     [Rezensionsexemplar]


Titel: Die Worte des Windes 
Autor: Mechthild Gläser

Verlag: Loewe
Seiten: 464
Preis: 14,95 [D] (Klappenbroschur)

           15,40 [A]
ISBN: 
978-3-7432-0456-0

Inhalt:
Dem Wind zuflüstern, Gewitter in Kesseln brauen und Tsunamis verhindern – das alles gehört zu den
Aufgaben der Wetterhexen. Seit die 16-jährige Robin von ihrem Volk verbannt wurde, vermisst sie all das schmerzlich. Von ihrer eigenen Familie gejagt, ist sie in der Menschenwelt untergetaucht. Bis der charmante Sturmjäger Aaron ihre Hilfe benötigt, um ihre Küstenstadt vor Donnerdrachen zu retten. Doch was Robin nicht weiß: Es steht noch weitaus mehr auf dem Spiel …

Protagonisten:
Robin ist sechzehn Jahre jung. Eigentlich geboren als Wetterhexe, wurde sie mit zwölf von ihrem Volk verbannt und lebt seither an Land unter Menschen. Sie geht zur Schule, versorgt ihr heimliches Haustier (einen Fisch), der ihm in der Wohngemeinschaft, die sie Zuhause nennt, nicht erlaubt wäre und vermisst tief drin ihre Heimat unter dem Meer. Ihre Kräfte sind stark. Der Ostwind gehorcht ihr aufs Wort, doch die Schuldgefühle und ihre Furcht halten sie zurück. 

Meine Meinung:
Cover, Geschichte und Protagonistin ... einfach top. Ich mochte den Schreibstil unheimlich gerne, denn durch ihn bin ich durch die Seiten geflogen. Robin ist ein Charakter, den man mögen muss. Sie setzt sich für andere ein, handelt meist bevor sie denkt, tritt ab und an in Fettnäpfchen, ist freundlich kann aber auch anders, wenn etwas sie auf die Palme bringt. Oder jemand wie Aaron, den ich im Übrigen auch total mochte. Auch wenn er nicht ganz durchschaubar ist. Zumindest am Anfang. 
Mit der Geschichte um Wetterhexen, die tief unten im Meer leben, Donnerdrachen, Blitzklingen und einem geheimnisvollen Amulett hat die Autorin mich absolut gecatched. Es gibt Wendungen, die mich überraschen konnten, eine berührende Liebesgeschichte, die jedoch nicht im Fokus steht und das alles in Verbindung mit dem wichtigen Thema Klimawandel. Allerdings nicht aufdringlich. Dafür aber eindringlich. 
Die Bösewichte der Geschichte sind von einer ganz speziellen Sorte. Ich habe das Abenteuer mit Robin sehr genossen und hatte am Ende sogar ein kleines bisschen Gänsehaut. So muss ein Urban-Fantasy-Roman sein. Soweit ich weiß handelt es sich um einen Einzelband. Irgendwie schade, denn ich wäre gerne noch länger in Robins und Aarons Wetterhexen-Welt verweilt. 

Montag, 12. Oktober 2020

[Rezension] Zufällig vorherbestimmt

                                                                       [Rezensionsexemplar]


Titel: Zufällig vorherbestimmt 
Autor: Sandhya Menon

Verlag: Carlsen
Seiten: 448
Preis: 15,00 [D] (Klappenbroschur)

           15,50 [A]
ISBN: 
978-3-551-58413-7

Inhalt:
Dimple Shah weiß, was sie will. Ihr Hobby ist Programmieren und sie freut sich schon riesig auf ihr Informatikstudium. Vor allem aber ist sie froh über etwas Abstand von ihren Eltern, die ständig nur davon reden, den »perfekten indischen Ehemann« für sie zu finden. Sie haben sogar schon einen im Visier: Rishi Patel ist ein herzensguter Typ mit Sinn für Romantik – und für Tradition. Im Gegensatz zu Dimple hat er nichts gegen eine arrangierte Ehe und ist fest entschlossen, seiner Auserkorenen den Hof zu machen. Dimple ist zuerst schwer genervt – und dann plötzlich ziemlich durcheinander …

Protagonisten:
Dimple weiß genau, was sie möchte. Nämlich Programmieren und Informatik studieren. Sie möchte ihre Freiheit. Freiheit von ihren Eltern, die für sie den perfekten Ehemann finden möchten. Freiheit von den indischen Bekannten, die genau dieselben Erwartungen an sie haben. Dimple ist sehr ehrgeizig, engagiert und lebt für ihr Programmierprojekt, das sie am Rahmen eines Sommerkurses umsetzen möchte. Eine arrangierte Ehe ist für sie der absolute Horror. 

Rishi eigentlich das genaue Gegenteil. Seine Leidenschaft ist das Zeichnen von Comics, doch um seine Eltern stolz zu machen, stellt er diese hinten an und studiert, was sein Vater glücklich macht. Er ist wahnsinnig lieb, aufmerksam, romantisch und traditionell eingestellt. Eine Familie zu gründen, zählt für ihn zu den Dingen, die er sich in seiner Zukunft auf jeden Fall vorstellt. Deswegen hat er auch nichts gegen die arrangierte Ehe mit Dimple einzuwenden. 

Meine Meinung:
Sieht man die Protagonisten Dimple und Rishi, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, glaubt man nicht, dass aus "zufällig vorherbestimmt" etwas werden kann. Doch auf den zweiten Blick verbindet die beiden mehr als sie selbst glauben. Ich persönlich mochte den verträumten, künstlerisch begabten Rishi unwahrscheinlich gerne, der trotz Dimples Eigensinnigkeit und Ablehnung nicht aufgibt, ihr Herz zu erobern. 
Geschrieben ist das Buch aus beiden Perspektiven, sodass man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle bekommt. Neben Dimple und Rishi gibt es noch ein paar Nebencharaktere, die jedoch keine sonderlich große Rolle spielen. 
Der Autorin gelingt es wunderbar, den Leser in die indische Kultur einzuführen. Immer wieder lässt sie Sätze in Hindi einfließen, Begriffe aus der Kultur sowie indische Gerichte.  Sie durchbricht traditionelle Geschlechterverhältnisse ohne zu pauschalisieren und lässt den Leser/in an der Mentalität Indiens teilhaben. 
Ich mochte die Geschichte sehr gerne, allerdings konnte sie mich nicht sonderlich überraschen. Es gibt Schmunzelmomente, Szenen, die einen berühren und Szenen, bei denen man die Augen verdreht oder Dimple am liebsten geschüttelt hätte. 
Und natürlich kriegt man, wie bei den allermeisten YA/NA Geschichten ein Happy End. 

-> Hier geht es zum Buch: Zufällig vorherbestimmt 


Sonntag, 11. Oktober 2020

[Rezension] Die Nebel von Skye

                                                                    [Rezensionsexemplar]


Titel: Die Nebel von Skye
Autor: Katharina Herzog

Verlag: Loewe
Seiten: 400
Preis: 14,95 [D] (Klappenbroschur)

           15,40 [A]
ISBN: 
978-3-7432-0620-5

Inhalt:
Ferien in den schottischen Highlands könnten so romantisch sein. Aber mitten im Winter?
Egal, wenn Tante Mathilda die ganze Familie auf die Isle of Skye einlädt, müssen alle mit. Schließlich ist die Tante schwerreich und hat keine Erben. Enya ist auch gleich ganz verzaubert von Dunvegan Castle, seiner bewegten Vergangenheit und den skurrilen Bewohnern. Vor allem Jona, der Junge aus dem Dorf mit seinem zahmen Bären, geht ihr nicht aus dem Kopf. Tante Mathilda aber scheint ein dunkles Geheimnis zu haben. Denn sie war schon einmal hier. Vor genau 50 Jahren, in der magischen Nacht von Hogmanay, die sich nun wiederholen könnte …

Protagonisten:
Enya ist sechzehn Jahre alt und möchte einmal Regisseurin werden. Ihre Fantasie ist unendlich und im Gegensatz zu ihrer Schwester, die eine Instagram/YouTube-Berühmtheit ist, macht sie sich nicht so viel aus Make-up, Klamotten und dem perfekten nächsten Foto. Sie ist neugierig, klug, glaubt an Magie und besitzt einen ausgezeichneten Spürsinn für Geheimnisse.

Meine Meinung:
Je mehr Bücher ich lese, die in Schottland spielen, umso dringender möchte ich endlich mal dorthin fahren. Allein der Landschaft wegen. Auch dieses Buch ist in Schottland angesiedelt. Und zwar auf der Isle of Skye. Genauer im Dunvegan Castle und Umgebung. Die Atmosphäre, die Katharina Herzog mit dieser Burg als Setting geschaffen hat, konnte mich von Sekunde eins packen. Schottische Clans, Geister, verschwundene Burgbewohner, Bären und Fledermäuse. Enya ist wahnsinnig angetan von ihrem Ferienhotel. Neben ihr, ihrer Schwester Jessy, ihrer Mutter und ihrem Vater wurden auch ihr Onkel Thomas, seine Frau Donna sowie deren Zwillinge Emma und James von Großtante Mathilda eingeladen, Sylvester mit ihr auf der Burg zu verbringen. Außerdem spielen vier weitere Hotelgäste, eine alte Wahrsagerin sowie Jona, ein Junge aus Dunvegan eine nicht zu verachtende Rolle. Es sind viele Figuren, deren Namen man erst einmal sortieren muss. Anfangs wirken sie sehr klischeehaft, doch im Verlauf der Geschichte entdeckt man viel mehr an ihnen. 
Der Schreibstil ist total locker, flüssig und wirkt an manchen Stellen in Bezug auf das Alter der Protagonisten etwas kindlich. Dennoch mochte ich es unglaublich gerne. Seltsame Vorkommnisse, Fragen über Fragen, spukende Geister, Rosenduft in den Gängen und die Vergangenheit der Burg werden nach und nach aufgelöst. Ich hatte wirklich keine Ahnung, worauf all die Rätsel hinauslaufen sollten. Die Auflösung war umso spannender. 
Auch die kleine Liebesgeschichte mochte ich total. Sie wurde ganz unaufdringlich mit eingewebt und passte einfach hervorragend in die Handlung. Ebenso wie die eindringlichen Messages zu Wildtierhaltung und Homosexualität. 
Es handelt sich um einen Einzelband. Alle Figuren haben ihr bestmöglichstes Happy End erhalten und ich saß am Schluss mit einem breiten Lächeln da, ehe ich das Buch zugeschlagen habe. 

Samstag, 3. Oktober 2020

[Rezension] Jadewein - So golden wie Stroh

                                                              [Rezensionsexemplar]


Titel: Jadewein - So golden wie Stroh 
Autor: Katelyn Erikson

Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 253
Preis: 12,99 [D] (Taschenbuch)

           13,40 [A]
ISBN: 
978-3-551-30277-9

Inhalt:
Die junge Ayjana ist seit dem Tod ihres Vaters stets darauf bedacht, keinem Menschen zu vertrauen. Sie lebt am Rande des Waldes und versucht alles, um ihre Magie vor den Augen anderer zu verbergen. Doch als die Königin erkrankt, kann Ayjana die Bitte des Prinzen nicht ausschlagen und bringt fortan jeden Tag eine heilende Tinktur ins Schloss. Mit jedem Besuch kommt sie nicht nur den Intrigen am Hofe, sondern auch dem Sohn der Königin immer näher. Aber die Geheimnisse von Prinz Nicolas sind gefährlicher als jede Klinge. Und schon bald muss Ayjana feststellen, dass zwischen Freund und Feind nur ein schmaler Pfad liegt, den eine Spindel gesponnenes Gold erschreckend schnell zum Einsturz bringen kann …   

Protagonisten:
Ayjana ist die Tochter von Rumpelstilzchen und selbst mit magischen Kräften ausgestattet. Sie lebt mit ihrer Mutter abseits des Dorfes, kennt sich mit Heilkräutern aus und liebt die Natur über alles. Sie hat ein hitziges Temperament, ist oft ungeduldig und stur, wodurch sie nicht selten in brenzlige Situationen gerät. 

Meine Meinung:
Schon so lange wollte ich mal ein Buch von Katelyn Erikson lesen und jetzt hat es endlich geklappt. Aufgrund des Klappentexts war ich unglaublich gespannt auf die Geschichte, muss aber gestehen, dass meine Erwartungen sich nur mäßig erfüllt haben. 
Vorab aber: Katelyns Schreibstil ist wunderbar flüssig und macht es einem leicht, durch die Geschichte zu fliegen. 
Der Anfang hat mich direkt gecatched, die Beziehung zwischen Ayjana und ihrer Mutter etwas Besonderes, dass leider im Verlauf der Handlung irgendwie verloren ging. Viel zu selten suchen sie das Gespräch, obwohl es teilweise wirklich wichtig gewesen wäre. Generell deutete der Beginn auf einen ganz anderen Handlungsverlauf hin. Davon fand sich aber bald darauf nicht mehr viel, denn es kamen die männlichen Charaktere ins Spiel, die den Großteil der Geschichte eingenommen und alles andere in den Hintergrund geschoben haben. Den Rat ihres Vater, keinem Menschen zu vertrauen, schlägt Ayjana sowohl beim Prinzen als auch bei dem mysteriösen Fremden, den sie verletzt im Wald findet, recht schnell in den Wind. Auch mit ihrer Magie geht sie leichtfertig um, obwohl die Königin Menschen mit Magie hasst und verfolgen lässt. 
Die Wendungen vor allem zum Ende hin haben mich teilweise wirklich schockiert und haben wieder die nötige Spannung in die Geschichte gebracht. Der Schluss ist dramatisch. Wirklich sehr dramatisch und endet mit einem Cliffhanger der Extraklasse. 
Zusammenfassend eine gute Märchenadaption mit dominierender Liebesgeschichte und einer etwas naiven, übereifrigen Protagonistin und zwei Kerlen, denen ich beiden von Anfang an nicht wirklich getraut habe. 

[Rezension] Talus - Die Hexen von Edinburgh

                                                                     [Rezensionsexemplar]


Titel: Talus - Die Hexen von Edinburgh 
Autor: Liza Grimm

Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 352
Preis: 12,99 [D] (Klappenbroschur)

           13,40 [A]
ISBN: 
978-3-426-52628-6

Inhalt:
Eine skeptische Studentin, die plötzlich einem echten Geist gegenübersteht.
Ein begabter Tarotleger, der sich vor der Zukunft fürchtet.
Eine junge Hexe, die ihre Begabung verflucht.
Ein stolzer Wasserhexer, der die Wahrheit sucht.

Sie alle haben einen Herzenswunsch - und als das sagenumwobenene Artefakt Talus auftaucht, scheint die Erfüllung ihrer größten Träume zum Greifen nah. Aber ein so mächtiger Gegenstand ruft auch böse Mächte auf den Plan. Und je näher sie Talus kommen, desto dunkler werden die Geheimnisse, die das Artefakt enthüllt.

Protagonisten:
Erin ist Studentin in Edinburgh. Doch statt wirklich zu studieren, arbeitet sie bei Karens Ghost&Witchery Tours und führt Touristen durch die Vaults der Stadt, erzählt Geistergeschichten und liebt es, sich selbst welche auszudenken. An Magie glaubte sie dank ihrer Tante Charly schon seit sie ein Kind war. Tut es tief im Inneren noch immer, doch seit ihre Tante schwerkrank im Krankenhaus liegt, ist ein Großteil dieses Glaubens verflogen. Sie geht Ärger lieber aus dem Weg, hat eine Faszination für Friedhöfe und andere gruselige Orte, die sie in eine Geistertour einbinden könnte und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Tante retten zu können. 

Meine Meinung:
Unfassbar gut! Allein beim Prolog hatte ich Gänsehaut. 
Ich bin ja schon seit "Die Götter von Asgard" Fan von Lizas Büchern, doch mit "Talus" hat sie mich so richtig erwischt. Edinburgh als Setting, Geister, Hexen und Magie. Ich liebe es. Und dann die Charaktere, die Umsetzung der Geschichte, der Schreibstil, all die Recherche dahinter. Ich habe dieses Buch verschlungen. Die relativ kurzen Kapitel aus den Sichtweisen der vier Hauptfiguren Erin, Noah, Lu und Leo haben es mir einfach kaum möglich gemacht aufzuhören, weil jeder Handlungsstrang so unglaublich interessant und spannend war. Ich wollte mehr. Wollte wissen, worauf das alles hinausläuft. Wollte so richtig in Lizas Welt der Hexen eintauchen. 
Unsere vier Hauptfiguren hätten nicht unterschiedlicher sein können, was sie umso authentischer gemacht hat. Alles vier hatten ihre Geschichte und vor allem ihren eigenen großen Herzenswunsch. 
Mord und Tod spielen keine geringe Rolle. Eine Stelle hat mich so überrumpelt, dass ich das Buch kurz zur Seite legen musste, um mich zu beruhigen. Und dann kam das Ende. Alles wurde immer rasanter und immer klarer und immer mitreißender und dann war auf einmal Schluss. 
Ich sofort Liza angeschrieben, da ich unbedingt wissen musste, ob sie eine Fortsetzung geplant hat. Sie hat. Alles andere wäre bei dem Ende undenkbar. 
"Talus" ist definitiv mein nächstes Jahreshighlight! Man merkt dieser Geschichte an, wie sehr Liza sich als Autorin weiterentwickelt und wie viel Herzblut sie in das Buch gesteckt hat. Ich bin restlos begeistert!