Sonntag, 27. Dezember 2020

[Rezension] Die Mächte der Moria

                                                                       [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Die Mächte der Moria
Autor: Zoraida Córdova
Verlag: Carlsen 
Seiten: 528
Preis: 17,00[D] (Klappenbroschur)
             17,50[A] 
ISBN: 978-3-551-52428-1


Inhalt:
Renata besitzt die am meisten gefürchtete Gabe der magischen Moria: Sie kann Erinnerungen stehlen. Als Kind wurde sie deshalb an den Hof des Königs gebracht, um politische Gegner auszuschalten. Jetzt kämpft sie selbst in den Reihen der Rebellen gegen die Krone. Als der Anführer der Moria und Renatas Geliebter Dez vom Prinzen entführt wird, muss sie an den Hof zurückkehren und Dez' Mission beenden. Doch je tiefer sie dort in die Machenschaften verstrickt wird, desto mehr erfährt sie über ihre eigene Vergangenheit – und deckt ein Geheimnis auf, mit dem sie das Schicksal des Königreichs verändern kann.

Protagonisten:
Renata
ist eine Moria. Genauer eine Robári. Das heißt, sie besitzt die Fähigkeit, Menschen Erinnerungen zu stehlen, sie völlig auszuhöhlen, wenn sie es darauf anlegt. Das macht sie sowohl bei den Menschen als auch unter den anderen Moria zu einer Gefahr. Zu jemandem, dem man nicht vertrauen sollte. Und genau damit hat sie zu kämpfen. 

Meine Meinung:
Können wir kurz über dieses wunderschöne Cover reden? Fantasy vom Feinsten. Ich liebe es. Vermutlich hatte ich deswegen auch so hohe Erwartungen an die Geschichte. Mal davon abgesehen, kann ich den Titel nicht lesen, ohne an "Herr der Ringe" zu denken. Ja, ich bin ein bisschen geschädigt. Aber zurück zum Wesentlichen. Die Geschichte beginnt direkt mit Mord und Tod. Danach wird man ins Geschehen hineingeworfen. Es existiert bereits eine Rebellengruppe, die gegen den König des Reiches vorgeht. Eine Gruppe bestehend aus Moria, die sich Flüsterer nennt. Auch ist Renata bereits mit Dez zusammen, sodass die Entwicklung einer Liebesgeschichte nicht im Vordergrund der Handlung steht. Alles Dinge, die ich gerne mag. 
Das lateinamerikanisch angehauchte Setting gefiel mir richtig gut. Mal etwas, das man nicht so oft liest. Leider, leider gibt es keine Karte der Welt, die mir beim Lesen sehr komplex erschien. Doch auch so konnte man sich die Welt nach und nach immer besser vorstellen. 
Die Autorin webt neue Informationen geschickt in die Handlung ein. Wissen über die verschiedenen Arten der Magie, über Kämpfe der Vergangenheit, Bündnisse und Beziehungen. 
Ren ist eine Art Charakter, der es einem nicht leicht macht. Sie stößt Menschen, die gut zu ihr sind von sich, will niemanden an sich heranlassen, hat schwere Schuldgefühle bezüglich ihrer Vergangenheit, an die sie sich selbst nicht sonderlich gut erinnert, da ihre Erinnerungen daran in dem sogenannten Grau stecken, und macht sich das Leben selbst schwerer als es ist. Was eine Leistung ist, denn sie hat es wirklich nicht einfach. Teilweise erscheint sie recht gefühlskalt, was auch auf die Stimmung abfärbt und bewirkt hat, dass ich nicht richtig mitfühlen konnte, obwohl ich es gewollt hätte. 
Der Mittelteil des Buches zieht sich. Man hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Es wird viel drumherum geredet, Andeutungen gemacht, Antworten auf Fragen gesucht, die vorher aufgeworfen wurden. 
Erst zum Ende hin kommt noch einmal richtig Spannung auf, es wird endlich einiges aufgelöst, was ich bereits erahnt hatte und ich bin extrem neugierig auf die Fortsetzung des Ganzen. 

-> Hier geht es zum Buch: Die Mächte der Moria

[Rezension] Apocalyptic Lovers - Reiter der Hölle

                                                             [Rezensionsexemplar]


Titel: 
 Apocalyptic Lovers - Reiter der Hölle
Autor: Ulrike Koch
Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 310
Preis: 3,99 [D] (E-Book)
             3,99 [A] 
ISBN: 978-3-646-60712-3


Inhalt:
Kelyan ist einer der vier apokalyptischen Reiter, einst dazu bestimmt, das Grauen des Kriegs über die Menschen zu bringen. Aber die Welt hat sich verändert. Ein neues, göttliches Spiel der Macht hat begonnen und nun durchstreift er die Dunkelheit auf der Jagd nach den Kreaturen der Nacht. Bis zu jenem Tag, der alles verändert. Als er IHR begegnet …
Trintje und Dating – ein absoluter Reinfall. Daher kann die junge Studentin kaum glauben, dass der gut aussehende Fremde, den sie beinahe mit ihrem Volleyball massakriert hätte, tatsächlich Interesse an ihr zeigt. Doch seit ihrem »Zusammenstoß« weicht er nicht mehr von ihrer Seite. Trintje ahnt nicht, dass ein magisches Erbe in ihr schlummert, das sie unweigerlich mit diesem geheimnisvollen Mann verbindet und sie in die Untiefen der Hölle führen wird.

Protagonisten:
Trintje ist 23, Studentin für Jura und Single. Ihre beste Freundin versucht immer wieder, sie zu verkuppeln, aber es klappt nicht. Abgesehen davon wohnt sie ihn einer kleinen, chaotischen Wohnung, unternimmt viel mit ihrem besten Freund und ist stolz auf ihre Unabhängigkeit. 

Meine Meinung:
>>Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.<<
Ist das so? Für die vier apokalyptischen Reiter und den neuen Gott, der sich Taro der Trickser nennt, offensichtlich schon. 
Ulrike Koch hat einen angenehmen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt. Es geht um Engel, Dämonen, Lucifer, verlorene Liebschaften, Rätsel und Geheimnisse. Durchaus eine Idee mit Potenzial. Ein wenig davon wurde verschenkt, denn mir mangelte es etwas an Hintergrundinformationen zu den Charakteren und der Welt der Engel. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. 
Was mich persönlich gestört hat, ist das Tempo. Trintje hat mir zu schnell akzeptiert, was mit ihr passiert. Was um sie herum passiert. Wie Kel mit ihr umgeht. Er ist die Sorte Mann, von der ich mich selbst fernhalten würde. Egal, wie gutaussehend er ist und welche Gründe ihn dazu treiben, denn seine besitzergreifende Art und diese rechthaberische Arroganz sind Charakterzüge, die in meinen Augen wenig anziehend sind. Er verändert sich zum Ende hin, nur vollzieht diese Entwicklung sich ebenfalls gefühlt von jetzt auf gleich. 
Auch die Liebesgeschichte zwischen Trintje und Kelyan verläuft rasch. In Anbetracht dessen, was Kel ist, eher schwierig. Ganz zum Schluss erfährt man aber etwas Ausschlaggebendes, das das Ganze rechtfertigt. Dennoch hätte ich mir ein bisschen Entschleunigung erhofft. 
Geschrieben ist das Buch aus den Sichten von Trintje und dreien der vier Reiter. Man musste immer etwas in Gedanken springen, aber das hat mich nicht aus dem Lesefluss gebracht. 
Das Ganze ist ein Einzelband und das Ende ein Happy End. Fast schon zu viel Happy End, aber gut. Nach alles, was Trintje durchmachen musste, hat sie sich das verdient. 

-> Hier geht es zum Buch: Apocalyptic Lovers

[Rezension] Feuer im Schatten - Das Geheimnis der Schwingen

                                                          [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Feuer im Schatten - Das Geheimnis der Schwingen
Autor: Aurelia L. Night
Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 334
Preis: 3,99 [D] (E-Book)
             3,99 [A] 
ISBN: 978-3-551-30319-6


Inhalt:
Als Mitglied der Königsfamilie bewahrt Sascha schon seit Kindertagen das wohl bestgehütete Geheimnis im Königreich der Schattendrachen. Doch die Wahrheit droht ans Licht zu kommen. Um den Machtanspruch der Familie zu sichern, ruft der König einen Wettbewerb aus, bei dem sich die Thronfolger der Drachenreiche als würdig erweisen sollen. Ein Druck, dem Sascha kaum standhalten kann. Der Drang, alldem zu entfliehen, wächst. Aber der Prinz der Lichtdrachen kommt Sascha in die Quere. 
Obwohl Colins himmelblaue Drachenaugen jeden in den Bann ziehen, darf er niemals von Saschas wahrer Identität erfahren …

Protagonisten:
Sascha ist der Erbe der Königsfamilie. Dabei möchte er nichts anderes, als abzudanken und ein eigenes Leben beginnen. Abseits des Drucks und der Verantwortung, die auf ihm lasten. Er möchte seine Familie in Sicherheit wissen, seine Brüder, seine Eltern. Denn über ihnen alles lastet Saschas Geheimnis, das jeden von ihnen in Gefahr bringt, sollte es ans Licht kommen. 

Meine Meinung:
>>Ein gefährliches Geheimnis, ein Prinz, der eigentlich der Feind sein sollte, und ein Königreich, das es zu retten gilt.<<
Ich liebs. Eigentlich bin ich Drachengeschichten gegenüber immer ein bisschen skeptisch, aber Aurelia Night hat mich von vorne bis hinten überzeugen können. Zum einen mit ihrem wundervoll flüssigen, sanften Schreibstil, den manchmal tiefgründigen, dann wieder lockeren, neckischen Dialogen und zum anderen mit den unterschiedlichsten Charakteren und der Welt. 
Ich möchte Saschas Geheimnis hier nicht verraten, obwohl es relativ schnell gelüftet wird und man es sich bereits aus dem Prolog erschließen kann. Das Wissen um das Geheimnis macht die Geschichte in meinen Augen umso interessanter und spannender. 
Prinz Colin, der anfangs ziemlich arrogant und herablassend wirkt, entpuppt sich rasch als sehr liebenswerter Charakter, der etwas in seinem Land zum Positiven hin verändern will. Denn sein Land, aber auch Helion, Saschas Reich, sind geprägt von Männern und deren Denken, das wenig fortschrittlich ist, um es nett auszudrücken. 
Ich mochte die Entwicklung der Beziehung zwischen Sascha und Colin sehr. Außerdem ist Saschas Mut, seine Tapferkeit und Entschlossenheit bewundernswert. Wie er an dem Wettbewerb teilnimmt, obwohl es für ihn aussichtslos erscheint. 
Mein Lieblingscharakter ist neben ihm definitiv Rogan. Als Waffenmeister und Saschas Lehrer, Beschützer und Freund begleitet er ihn überall hin, ist immer für einen Schlagabtausch zu haben und loyal bis zum Umfallen. 
Wie ich gemerkt habe, ist Aurelia Night auch ein Fan von Cliffhangern. Jedenfalls hört dieses verfluchte Buch genau da auf, wo es am spannendsten ist. Und ich war absolut nicht darauf vorbereitet. Zudem habe ich eine interessante Vermutung in Bezug auf einen gewissen König. Mal gucken, was Band zwei bringen wird. 

-> Hier geht es zum Buch: Feuer im Schatten 1

[Rezension] Elfenmal 2 - Befreite der Dunkelheit

                                                                               [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Elfenmal 2 - Befreite der Dunkelheit
Autor: Leni Wambach
Verlag: Carlsen Impress
Seiten: 400
Preis: 3,99 [D] (E-Book)
             3,99 [A] 
ISBN: 978-3-646-60644-7


Inhalt:
Als gezeichnete Elfe ist Neia gezwungen, aus ihrer von Attentaten in Schrecken versetzten Heimat Kentan zu fliehen. Auf der Suche nach dem Ursprung der Bedrohung gelangt sie zum mysteriösen Drachenhof der Fluchelfen und findet sich plötzlich unter ihresgleichen wieder. Doch auch dort, wo sie sich endlich nicht mehr als Ausgestoßene fühlen muss, lauert mehr als eine Gefahr in den Schatten. Weit entfernt von ihrem Vertrauten Elys, mit dem sie einst tiefe Gefühle verbanden, ist Neia Intrigen auf der Spur, welche die Macht haben, ihre Welt in Schutt und Asche zu legen. Dabei kommt sie auch der faszinierenden Prinzessin des Drachenhofs gefährlich nah …

Meine Meinung:
Es gibt zwei Dinge, die ich vorab nennen muss: erstens muss ich meine Aussage aus der Rezension von Band eins revidieren: Neia ist ebenfalls ein queerer Charakter, was der Geschichte wirklich, wirklich gut tut. Sie und Arjana zusammen sind einfach perfekt. Zweitens hatte ich recht, was mein ungutes Gefühl vom Ende von Band eins angeht. Und ich hasse es. Böse Leni. Böse, böse Leni. Meine armen Nerven und mein armes Herz. Ansonsten ist dieser zweite Teil ebenfalls geprägt von Magie, Spannung, Intrigen, neuen Freundschaften, Liebschaften, Erfahrungen und Wesen. Man taucht immer tiefer in die Welt der Fluchelfen ein, erfährt viel über ihre Fähigkeiten, die Magie und ihre Verhältnisse zu den Ländern Saschwans. 
Ich liebe die Geschichte, die Welt, die Charaktere. Und noch einmal muss ich hervorheben, dass Leni beweist, wie gut menschliche Beziehungen auch ohne unnötiges Drama laufen können. Wenn die Charaktere Verständnis zeigen können, Vergebung und Geduld. Dass eine Dreiecksbeziehung, die hier minimal besteht, nicht unbedingt von Eifersucht und Rivalität gezeichnet sein muss. Nichtsdestotrotz schafft Leni es, die Gefühle der einzelnen Charaktere intensiv darzustellen. Ihre Zweifel, Ängste und Wünsche. 
Die Entwicklung von Elys gefällt mir total. Auch Neia wird merklich selbstbewusster, stärker. Arjana ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Ebenso Mirri, die noch immer nicht auf den Mund gefallen ist, in Laurias Gegenwart jedoch von Unsicherheit ergriffen wird, was sie noch greifbarer macht. 
Ob es für meinen einen Lieblingscharakter noch Hoffnung gibt, weiß ich nicht, aber das ich wieder mal typisch für mich. Band drei, ich warte auf dich!

-> Hier geht es zum Buch: Elfenmal 2

Montag, 21. Dezember 2020

[Rezension] Das Vermächtnis der Seelenhändler

                                                                     [Rezensionsexemplar]

Titel: Das Vermächtnis der Seelenhändler (Band 2)
Autor: Lavea Thoren
Verlag: Amazon 
Seiten: 470
Preis: 13,99 [D] (Taschenbuch)
ISBN:  9783000664236

Inhalt:
Während Himi mit Maria im eisigen Norden Midgards ausharrt, kämpft Grímnir mit Eld an seiner Seite um seinen Stand als Herrscher in Asgard. Der Preis für die Fehler der Vergangenheit ist hoch. Es scheint, als würden diejenigen, die das Spiel der Intrigen am besten spielen, als Sieger aus dem beginnenden Krieg hervorgehen. Die Entscheidungen, die von den Freunden verlangt werden, stürzen ihre Ziele und Wertvorstellungen in Chaos. 
Jeder Einzelne von ihnen wird vor die Wahl gestellt. Schützt er sein Volk oder schützt er diejenigen, die er liebt?

Protagonisten:
Himi, 
ehemals Madelaine, hat herausgefunden, wer sie ist. Tochter des Meeresgottes Ägir und die letzte Meerjungfrau der neun Welten. Gleichzeitig steckt noch ein großer Teil Mensch in ihr, der sich nicht einfach so abschütteln lässt. Sie ist stolz, mutig, waghalsig und impulsiv. 

Meine Meinung:
Was soll ich sagen ... "Das Vermächtnis der Seelenhändler" hat mir definitiv noch eine Ecke besser gefallen als Band eins ("Im Bann der Seelenhändler"). Es hat etwas gedauert, bis ich wieder in der Geschichte drin war, doch mit der Zeit kamen die Erinnerungen an den Vorgängerband zurück. Was ich besonders an dem Buch mag ist die Art und Weise wie Lavea Thoren die komplexe nordische Mythologie in die Geschichte einbaut und sie mit ihren eigenen Fantasyelementen, Figuren und Handlungssträngen aus Band eins verknüpft. Diesmal spielen Rán, Hel, Odin und die Riesen eine besondere Rolle. Himi, die mich in Band eins doch ab und zu ziemlich genervt hat, ist erwachsener geworden, wenn auch immer noch sehr stolz, was es ihr schwer macht, mal über ihren Schatten zu springen und auf andere zuzugehen. Manchmal konnte ich ihre Handlungen/Gedanken nicht ganz nachvollziehen, aber irgendwie hat sie sich dann die Dinge so hingebogen, dass es wieder passte. 
Geschrieben ist das Buch vorwiegend aus Himis Sicht in Ich-Perspektive, aber ab und zu gibt es Kapitel aus Grímnirs, Marias, Friggs und Elds Sicht. Hinzu kommen viele Zeit- und Ortssprünge, die immer schön in den Kapitelüberschriften festgehalten werden. 
Es passiert eine ganze, ganze Menge, die die Handlungsstränge immer näher aufeinander zu treiben und schließlich verbinden. Die Romantik kommt hier definitiv etwas kürzer, denn Himi und Grímnir sind nicht bloß durch die Welten getrennt. Dennoch ist die Liebe ein spürbarer Antrieb vieler Figuren. 
Der Showdown hat es in sich. Jeder Charakter erhält am Ende seine verdiente Gerechtigkeit und anders als am Schluss von Band eins kommt man nun doch in den Geschmack eines Happy Ends.