Donnerstag, 15. Dezember 2022

[Rezension] Lightlark

                                                                     [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Lightlark
Autor: Alex Aster
Verlag: Dtv 
Seiten: 528
Preis: 22,00[D] (Hardcover)
             22,70[A] 
ISBN: 978-3-423-76000-3
 

Inhalt:  

Isla Crown ist die junge Herrscherin über
das Wildfolk, ein Volk atemberaubend schöner Verführer. Doch ein jahrhundertealter Fluch hat sie dazu verdammt, jeden, in den sie sich verliebt, zu töten. Isla ist entschlossen, diesem grausamen Schicksal ein Ende zu bereiten, und reist dafür in das Königreich Lightlark. Dort wird alle hundert Jahre das Centennial ausgetragen – ein Wettkampf zwischen den sechs Herrschern, deren Reiche unter dem Bann leiden. Die Prophezeiung besagt: Einer von ihnen muss sterben, damit der Fluch endgültig gebrochen wird. Ein tödliches Spiel beginnt … 
Um zu überleben, muss Isla lügen, betrügen – und entscheiden, ob sie ihrem geheimnisvollen Mitstreiter Grim und ihren Gefühlen für ihn tatsächlich trauen kann.

Protagonisten:
Isla
ist die Herrscherin des Wildfolk. Eines Volk wunderschöner Kriegerinnen und Verführer. Doch sie wurde jahrelang vor dem Volk versteckt gehalten, trainiert und auf das Centennial vorbereitet, das sie gewinnen muss, um den Fluch ihres Volkes zu brechen und es vor dem Untergang zu retten. Sie ist alles andere als die brave Prinzessin, aber auch impulsiv und unbedacht in ihren Handlungen. 

Meine Meinung:
Sechs Völker, ein Fluch, der sich auf jedes Volk anders auswirkt und ein Wettkampf, um ihn zu brechen. Der Klappentext klang unglaublich vielversprechend, das Cover ist ein Hingucker und der Farbschnitt auch nicht zu verachten. Den Hype und Hate um das Buch auf TikTok habe ich komplett verschlafen und bin also völlig unvoreingenommen an die Geschichte rangegangen. Die sechs Völker mit ihren unterschiedlichen Gaben haben mich fasziniert, nur leider erfährt man kaum mehr als das. Der Wettkampf, den Protagonistin Isla gewinnen musste, um ihr Volk zu retten war spannend, rückte aber im Verlauf der Handlung immer mehr in den Hintergrund und ein Gegeneinander oder das Tun der anderen Teams blieb unerwähnt, was ich persönlich schade fand. Isla steht unter enormem Druck. Gleichzeitig verfolgt sie ihre ganz eigenen Pläne, handelt meist impulsiv und naiv. Potenzial für eine Charakterentwicklung war definitiv da. Genutzt wurde dieses kaum. Dann ist da die Dreiecksbeziehung, von der ich schon im Allgemeinen kein Fan bin. Lassen wir das einfach mal so stehen. Ansonsten bedient sich die Autorin gängiger Klischees und Tropes, versucht, viel in viel zu Quetschen, statt einfach mal etwas auszubauen oder Charaktere zu vertiefen. Die Twists am Ende haben mich tatsächlich überrascht, aber nicht vom Hocker gehauen. Für mich ist dieses Buch nicht schlecht. Es ist aber auch keines, das mich begeistern konnte. Hier passt: "es war ganz nett" eigentlich am besten.  

[Rezension] Rachejagd - Gequält

                                                                 [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Rachejagd - Gequält
Autor: Stevens und Suchanek
Verlag: Heyne 
Seiten: 448
Preis: 12,00[D] (Klappenbroschur)
             12,40[A] 
ISBN: 978-3-453-44128
-6

Inhalt:  
Vor drei Jahren wurde Journalistin Anna Jones zusammen mit ihrer Freundin Natalie entführt und von ihrem Peiniger Edward Harris auf vielfache Art gequält. Anna konnte fliehen, Natalie starb. Diese Schuld verfolgt Anna bis heute. Als sie einen blutbefleckten Brief erhält, wird schnell klar: Edward Harris ist zurück. Nick Coleman, Annas Jugendliebe und FBI-Agent, nimmt die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Zane Newton, der Profilerin Lynette McKenzie und Nick versucht Anna herauszufinden, was Harris vorhat. Ein perfides Spiel beginnt, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein Spiel, das nicht nur für Anna tödlich enden könnte. Ein Spiel, das nur ein Ziel hat: Rache.

Protagonisten:
Anna ist Journalistin und Überlebende eines grausamen Mannes, der es sich damals zu Aufgabe gemacht hat, sie zu entführen und zu quälen, doch sie konnte entkommen und muss seitdem mit den Folgen ihrer Entführung leben. Aber sie ist stark und steht immer wieder auf. 

Meine Meinung:
Die kalte Jahreszeit ist Thriller-Zeit. Zumindest greife ich dann häufiger Mal nach einem Buch dieses Genres. "Rachejagd" von Nica Stevens und Andreas Suchanek schreit einem allein vom Cover her "Thriller" und "brutal-blutig" ins Gesicht. Tja, was soll ich sagen ... ich wurde nicht enttäuscht. Protagonistin Anna ist Journalistin und sollte mit ihren jungen Anfang Dreißigern mitten im Leben stehen, doch die Entführung, bei der sie entkommen und ihre beste Freundin sterben musste, lässt sie nicht los. Vor allem, weil der Täter nie gefasst werden konnte. Als dieser plötzlich wieder auftaucht, gerät Annas Leben erneut aus den Fugen. FBI-Agent Nick Coleman und Profilerin Lynette McKenzie versuchen zusammen mit ihr herauszufinden, was der Mann diesmal vorhat, denn offenbar geht es ihm um Rache. Sind Menschen gestorben? Ja, und nicht nur einer. War es spannend? Definitiv. Wusste ich, wie es enden würde? Absolut nicht. Gerade, weil bei Thrillern das Offensichtliche niemals das Richtige ist. Geschrieben ist die Geschichte abwechselnd aus den Sichtweisen von Anna und Nick. Unterschiede im Schreibstil sind mir nicht aufgefallen. Zumindest könnte ich nicht pauschal sagen, wer was geschrieben hat. Die Wendungen waren überraschend und am Ende habe ich so ziemlich an jedem gezweifelt. Und trotzdem fehlte mir der letzte Funke, der mich dazu gebracht hätte, das Buch wegzusuchten. Und dann habe ich festgestellt, dass es zwei weitere Teile geben wird. Was zur Hölle soll in den bitte passieren?   

[Rezension] Schattengold

                                                                [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Schattengold
Autor: Christian Handel
Verlag: Piper 
Seiten: 400
Preis: 20,00[D] (Hardcover)
             20,60[A] 
ISBN: 978-3-492-70637-7


Inhalt:  
Drei Dinge muss Farah ihren Eltern versprechen: Iss nie etwas, das dir Feen anbietenVerrate ihnen nicht deinen Namen. Und am wichtigsten: Lass dich unter keinen Umständen auf einen Handel mit dem Dunklen Volk ein. In diesem Sommer wird Farah jedes einzelne dieser Versprechen brechen.

Protagonisten:
Farah ist die Tochter des Müllers und lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder in einem kleinen Dorf nahe der Feenwälder, die von den Menschen gemieden werden wie die Pest. Sie ist eine verantwortungsvolle junge Frau, allerdings nicht ohne jede Naivität und steckt voller Geheimnisse. 

Meine Meinung:
"Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß." Ich glaube, so ziemlich jeder kennt das Märchen der Müllerstochter, die sich von Rumpelstilzchen Stroh zu Gold spinnen ließ und ihm in der dritten Nacht ihr erstgeborenes Kind versprechen musste, damit er ihr half. Christian Handel hat dieses alte Märchen einmal neu interpretiert. Statt eines Rumpelstilzchens gibt es nun Feenwesen. Die des Lichten und die des Dunklen Volks. Es gibt Feengold, Bernsteinkerzen, rote Bänder und Zauberei. Ich wusste, wie die Geschichte ausgeht und doch wusste ich es nicht. Gerade das letzte Drittel hält eine Menge Überraschungen bereit. Protagonistin Farah ist die Tochter des Müllers und muss im Laufe der Handlung mehr Geheimnisse bewahren als gut für sie ist. Das ihres Bruders, jenes über das Grab ihrer Mutter, das über das Feengold und so weiter. Kein Wunder, dass alles irgendwann ans Licht kommen muss und so nimmt das Schicksal seinen Lauf. Christian Handel schreibt unglaublich bildlich und so greifbar, dass ich die vielen Kräuter in Berits Hütte beinahe riechen konnte. Seine Ideen für diese Neuinterpretation sind spannend und machen Freude, das Neue mit dem Altbekannten kennenzulernen. Für Märchenfans und Feenfreunde definitiv ein Muss.  

[Rezension] Die Göttinnen von Otera 2 - Purpur wie Rache

                                                              [Rezensionsexemplar]


Titel: 
 Die Göttinnen von Otera 2 - Purpur wie Rache 
Autor: Namina Forna 
Verlag: Loewe
Seiten: 512
Preis: 24,95[D] (Hardcover)
             25,70[A] 
ISBN: 978-3-7432-0444-7

Inhalt:  
Die Goldenen Göttinnen sind aus ihrem jahrhundertelangen Schlaf erwacht. Doch nicht jeder in Otera ist über ihre Rückkehr erfreut. Die Jatu rufen eine Armee zusammen, um gegen sie in den Kampf zu ziehen. Während die Göttinnen ihre Kräfte sammeln, stellen sich Deka und ihre Freunde den Jatu entgegen. Dabei entwickelt Deka plötzlich neue Fähigkeiten, die jedoch nicht das Einzige sind, was die Göttinnen ihr verheimlicht haben. Haben sie wirklich nur die besten Absichten für Otera? Und wie weit werden sie gehen, um ihre Macht zurückzuerlangen?

Meine Meinung:
Über zwei Jahre liegt es zurück, seit Band 1 erschienen ist. Umso schwerer fiel es mir, wieder in die Geschichte einzutauchen. Nur langsam kamen die Erinnerungen an Teil eins zurück. Die vielen Namen, Orte und Bezeichnungen. Nichtsdestotrotz wurde die Geschichte von Deka, ihren Freundinnen und den neu erwachten Göttinnen rasant weitererzählt. Viele Atempausen bekommt man nicht. Dennoch hatte das Buch gerade im Mittelteil seine Längen, ehe es erneut an Fahrt aufgenommen hat. Vor Brutalität wurde nicht zurückgeschreckt. Die Kämpfe, die Deka ausführen musste, waren blutig und glichen meist einem Massaker. Manche Wendungen habe ich kommen sehen, andere nicht. Leider hat auch der Teil es nicht geschafft, mich emotional mitzureißen. Dafür steckt das Buch voller Diversität. Zum ersten Mal habe ich im Bereich der Fantasy über Charaktere gelesen, deren Pronomen nicht er/ihm/sie/ihr sind. Es war ungewohnt und ich habe meine Zeit gebraucht, um nicht jedes Mal ins Stocken zu geraten, doch irgendwann wurde es einfach normal. Das Ende ist im Gegensatz zum ersten Band ein Cliffhanger erahnen lässt, wie es im dritten Teil weitergehen wird. Ganz sicher noch rasanter als bisher.  

[Rezension] Shape of Love - Mit jeder meiner Fasern

                                                                          [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Shape of Love  - Mit jeder meiner Fasern
Autor: Marina Neumeier
Verlag: Loewe Intense
Seiten: 480
Preis: 14,95[D] (Klappenbroschur)
             15,40[A] 
ISBN: 978-3-7432-1492-7


Inhalt:  
Cleo kann ihr Glück kaum fassen: Sie hat ein Praktikum bei der gefeierten Designerin Ornella Russo in Venedig ergattert! Doch der Start verläuft holprig, denn ihre Chefin macht schnell klar, dass die kurvige Studentin in der Modewelt nichts zu suchen hat. Und dann ist da noch Alessandro: das Gesicht von Ornellas neuer Kollektion, ein berühmtes Männermodel – und der Enkel von Cleos Vermieterin. Von Beginn an spüren sie diese Anziehungskraft, die beide verunsichert. Denn während es Cleo aufgrund ihrer Figur schwerfällt, Nähe zuzulassen, hat Alessandro mit seinen eigenen Ängsten zu kämpfen …

Protagonisten:
Cleo ist begeistert von allem, was mit Mode, Stoffen und Nähen zu tun hat. Sie entwirft ihre eigene Kleidung und möchte später einmal eine eigene Kollektion mit Konfektionsgrößen, die über L hinausgehen, entwerfen. 

Meine Meinung: 
Ich liebe dieses Buch! Mehr lässt sich dazu fast nicht sagen. Cleo ist einfach eine wundervolle Protagonistin, Marinas Schreibstil macht es einem kinderleicht, sich zusammen mit ihr nach Venedig versetzen zu lassen und dort das Wasser der Kanäle im Sonnenlicht glitzern zu sehen. Margherita, Sofia, Luca, Alessandro, selbst Ornella, Livia und Sergio sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe die Geschichte förmlich eingeatmet, obwohl ich wusste, worauf es hinauslaufen würde und dass auf den letzten fünfzig Seiten das übliche New-Adult-Drama inklusive Liebeskummer ausbrechen würde. Dennoch konnte und wollte ich nicht aufhören. Die Autorin bindet Themen ein, die mir persönlich nahegegangen sind. Gerade bei Cleo, die nun einmal nicht den Modelmaßen und dem "Schönheitsideal" der Gesellschaft entspricht. Vor allem aber Alessandros Dämonen sind ein Abbild dessen, was man heutzutage sicherlich viel zu oft vergisst oder nicht wahrnimmt, weil man auf Social Media stets bloß das perfekte Leben gezeigt bekommt. Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen. Es ist sanft, humorvoll, bunt und atmosphärisch.