Sonntag, 18. Februar 2024

[Rezension] Water´s War

                                                                 [Rezensionsexemplar]


Titel: Die Chroniken von Solaris 3 - Water´s War
Autor: Elise Kova
Verlag: Carlsen
Seiten: 448
Preis: 17,00 [D] (Klappenbroschur)
           17,50 [A]
ISBN:
978-3-551-58522-6

Inhalt:  

Vhalla hat für Kaiser Solaris den Sieg errungen und so ihre Freiheit erlangt. Doch der Preis ist hoch: Unschuldige mussten sterben – und Vhallas Herz wurde gebrochen. Und der wahre Kampf beginnt erst. Denn die verborgenen Mächte, die schon so lange an den Fäden von Vhallas Schicksal zerren, kommen endlich ans Licht. Nirgendwo ist die Windläuferin sicher, und sie muss mit Bedacht handeln, um nicht in die wartenden Arme ihres größten Feindes zu fallen. Oder in die ihres einstigen Geliebten …
 
Meine Meinung:
Here we go Band 4 von 5. Nachdem Band 2 und 3 mich eigentlich eher enttäuscht zurückgelassen hatten, kann ich von "Water´s War" behaupten, höchstens einmal genervt die Augen verdreht zu haben. Vhalla findet endlich zurück zu ihrer Stärke (und zwar ohne Aldrik), handelt bedachter und wirkt viel weniger übertrieben emotional. Ihre Gefühle waren nachvollziehbarer, sie schien alles in allem reifer. Auch Aldrik hat sich verändert und zum ersten Mal in dieser gesamten Reihe bin ich mit ihm warm geworden. Handlungstechnisch passiert in diesem Band eher weniger, denn nach einem doch recht schnellen Start kehrt Vhalla in den Palast zurück und muss versuchen, sich mit ihrem Leben unter neuem Status zu arrangieren. Zusammen mit Minister Victor Anzbel arbeitet sie im Geheimen für ihr großes Ziel: Frieden. Frieden für sich, für die MagierInnen, für das Land. Im letzten Drittel hat die Autorin alle Geschütze aufgefahren, um ihren LeserInnen das Herz zu brechen und hat es beinahe geschafft. Das Taschentuch habe ich nicht gebraucht, kann mir aber vorstellen, dass es bei manchen vonnöten wäre. Den Twist am Ende habe ich kommen sehen und der finale Kampf mit dem neuen Antagonisten endete wieder einmal mit Vhallas Fast-Tod. Ansonsten bin ich ziemlich neugierig wie diese lange Reise im letzten Teil der Reihe enden wird. 


Freitag, 16. Februar 2024

[Rezension] Instinct - Der Tod in den Wäldern

                                                                   [Rezensionsexemplar]


Titel:
Instinct - Der Tod in den Wäldern
Autor: David Gray
Verlag: Piper
Seiten: 304
Preis: 18,00 [D] (Klappenbroschur)
ISBN:
978-3-492-06459-0

Inhalt:
Europa in 100 Jahren: Um den Klimawandel aufzuhalten, haben sich die Menschen in hypermoderne Metropolen zurückgezogen und das Land dazwischen zu gigantischen Naturreservaten erklärt. Elena ist Wildhüterin in einer abgelegenen Überwachungsstation mitten in dieser Wildnis. Als sie seltsame Spuren entdeckt, glaubt sie zunächst an Wilderer.

Protagonisten:
Elena
ist Wildhüterin und wird zur Leiterin einer kleinen Einheit ernannt und in einem der riesigen Naturreservate stationiert. Sie ist deutlich jünger als ihre Kollegen, aber knallhart, weiß sich durchzusetzen, aber auch Kompromisse einzugehen.

Meine Meinung:
Europa in 100 Jahren ... Die Menschen leben in hypermodernen Städten, während der Rest des Landes in riesige Naturreservate umgewandelt wurde. Ein Versuch, den Klimawandel aufzuhalten. Protagonstin Elena ist Wildhüterin und wird als Vorgesetzte eines kleinen Teams in eine abgelegene Überwachungsstation versetzt. Sie bekommt eine Menge Gegenwind sowohl von ihrem durchgehend männlichen Team als auch von Kolleginnen. Aber sie beißt sich durch und beweist, dass sie stahlhart sein kann, wenngleich sie nicht gefeit gegen Zweifel ist. Die Geschichte beginnt mit der Urnenbeisetzung ihres Vorgängers, der vor einigen Jahren auf mysteriöse Weise in eben jenem Reservat verschwunden ist. Während ihrer Zeit auf der Station entdecken sie seltsame Spuren, die Spannung steigt mit jedem Kapitel und auf einmal steckt Elena in der Wildnis mit dem Tod vor Augen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, detailliert an den richtigen Stellen, gradlinig und mit einer gewissen Trockenheit versehen. Mit großen Gefühlen kann man nicht rechnen, da die Charaktere alle recht abgebrüht sind und Emotionalität eher eine untergeordnete Rolle spielt. Ich mochte das Thema, mochte die Idee und die Umsetzung und den Twist,  konnte aber ein wenig ahnen, worauf es am Ende hinauslaufen würde. Gesellschaftliche und ethnische Themen werden angesprochen und mit wenig Ausschmückung schafft David Gray eine Zukunft, die gar nicht so abwegig erscheint.

Dienstag, 6. Februar 2024

[Rezension] Wenn die Sonne glüht

                                                              [Rezensionsexemplar]


Titel:
Wenn die Sonne glüht
Autor: Sophie Bichon
Verlag: Heyne
Seiten: 480
Preis: 14,00 [D] (Klappenbroschur)
             14,40 [A] 
ISBN:
978-3-453-42574-3

Inhalt:

Klio kann ihr Glück kaum fassen, als sie 1978 die Zusage für die Stelle als Assistentin bei einem renommierten Fernsehsender in Hamburg bekommt. Endlich kann sie, wie ihre Vorgesetzte Anni Winter, über das berichten, was sich gerade in der Welt tut. Doch als Klio ihrem Idol gegenübersteht, ist Anni ganz anders als gedacht: arrogant, kalt, herablassend. Nur langsam legt sie diese Maske ab, vertraut sich Klio an, und die beiden Frauen überschreiten gemeinsam immer mehr Grenzen. Schon lange war Klio bewusst, dass sie lesbisch ist, doch erst mit Anni kann sie ganz sie selbst sein. Trotzdem muss ihre Liebe ein Geheimnis bleiben. Und dann ist da noch die Familienlegende, die Klio eine verbotene Liebe prophezeit, die kein gutes Ende finden wird. Klio und Anni müssen kämpfen. Für ihre Liebe. Und für eine bessere Zukunft.

Protagonisten:
Klio
strahlt von innen wie von außen. Sie ist ein unglaublich lebensfroher Mensch, feiert Gefühle und kämpft für ihre Werte. Gleichzeitig sind da Unsicherheiten, die sie noch menschlicher und greifbarer machen.

Anni ist äußerlich kühl, gibt sich stets unnahbar und stolz. Eine gewisse Arroganz kann man ihr nicht absprechen. Doch hinter all den Mauern und Fassaden steckt ein liebenswerter Mensch, der Angst hat und in der Vergangenheit Traumatisches erleben musste.

Meine Meinung:
Mir war von Anfang an klar, dass "Wenn die Sonne glüht" ein Highlight werden würde. Und ich habe mich nicht geirrt. Angesiedelt im Hamburg der 70er Jahre tritt die junge Klio ihren Job beim Hamburger Fernsehen an und wird zu Anni Winters Assistentin. Doch die ist alles andere als die glänzende Moderatorin, die sie schon lange anhimmelt. Anni ist kalt, stolz, unnahbar und bringt Klio regelmäßig zur Weißglut. Nur, dass diese das nicht auf sich sitzen lässt und ihre Chefin gleichermaßen provoziert. Ich habe einfach alles an dieser Liebesgeschichte geliebt. Vor allem der poetische und gefühlvolle Schreibstil lässt einen förmlich in der Geschichte versinken. Neben der sich langsam entwickelnden Beziehung zwischen Anni und Klio spielt Politik eine extrem wichtige Rolle, denn gerade die 70er Jahre sind geprägt von Umbrüchen: vom Terror der RAF, von Glitzer, Partys und Saturday-Night-Fever, vom Mutigsein, vom Lautsein, vom Kämpfen für sich selbst und die queere Community. Dieses Buch ist ein Auf und Ab der Gefühle. Auf Leichtigkeit und Lebensfreude folgen Zweifel, Ängste und Erschütterung. Auch Klios Schwestern, in denen es in den anderen beiden Büchern der Reihe geht, haben ihre Auftritte und die Dynamik zwischen ihnen ist einfach unglaublich authentisch.
Für mich ist dieses Buch etwas ganz Besonderes und wird mich sicherlich in Gedanken noch lange begleiten. 

Freitag, 2. Februar 2024

[Rezension] Poison Fall - Vergiftete Liebe

                                                          [Rezensionsexemplar]

Titel:
Poison Fall - Vergiftete Liebe
Autor: Marlen May        
Verlag: Tolino Media
Seiten: 548
Preis: 20,99 [D] (Taschenbuch)

ISBN: 978-3757951856

Inhalt:

Die Bevölkerung der Erde wurde auf ein Viertel ihres Höchststandes reduziert. Es gibt weder Hunger noch Armut. Schusswaffen wurden ausnahmslos verbannt. Der Planet hat sich von Jahrtausenden voller Ausbeutung und Verschmutzung erholt. Eine Weltregierung mit strengen ethischen Werten leitet die Geschicke der Menschheit und die Evolution hat Menschen mit beinahe magischen Fähigkeiten hervorgebracht – die Eir, die ihre Gaben zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen. Alle Menschen sind zufrieden. Oder doch nicht? Gibt es nicht immer jemanden, der mehr will, obwohl er bereits alles hat? »Mein Name ist Inez Dupré und als Eir de Poison ist es meine Aufgabe die Regentin vor den tödlichsten Giften der Stadt zu bewahren. Ich kenne meine Bestimmung. Mein Weg liegt klar vor mir bis Alec in mein Leben tritt. Seine Liebe ist das schlimmste Gift von allen. Und seine Geschichte könnte mein Untergang sein ...«

Protagonisten:
Inez
ist eine Eir de Poison und soll bald die Nachfolgerin ihrer Mutter werden und die Regentin ihrer Stadt vor den tödlichsten Giften schützen. Sie brennt für ihre Aufgabe, liebt die Natur außerhalb der Mauern Denvers ebenso wie ihre drei Schwestern.

Meine Meinung:
JAHRESHIGHLIGHT!!! Ich habe bereits die "Nebelwind"-Trilogie von Marlen May aka Margit Weber geliebt, aber mit "Poison Fall" hat sie nochmal eine Stufe draufgelegt. Die Geschichte spielt in ferner Zukunft und lässt sich irgendwo zwischen Dystopie und Fantasy einordenen. Schusswaffen wurden verbannt, die Bevölkerung auf ein Viertel reduziert und Natur und Stadt streng von einander getrennt. Die Evolution hat zudem Menschen mit besonderen Fähigkeiten hervorgebracht, die Eir genannt werden. Protagonistin Inez ist eine Eir de Poison, was bedeutet, dass sie ein besonderes Talent dafür besitzt, Menschen gegen Gifte zu immunisieren. Der Ideenreichtum, der in diesem Buch steckt, ist beeindruckend. So viele kleine Details, die das Buch zu etwas Besonderem werden lassen. Dazu die vielen liebevoll ausgearbeiteten Charaktere. Angefangen bei Inez, die so mutig, unbeugsam, sanft und gleichzeitig stark ist. Die in jedem Menschen zuerst das Gute sieht und damit mein Herz erobert hat. Dann ist da Alec, der anfangs mysteriös und düster erscheint und dessen Motive sich schließlich nach und nach offenbaren. Inez Schwestern Adele, Chloe und Ella, die alle vollkommen verschieden und doch eng miteinander verbunden sind. Inez Mutter und ihre Tante, die Regentin, Fin und Jo und nicht zu vergessen eine besondere Raubkatze mit dem Namen Sonne. Die Liebesgeschichte ist sanft und entwickelt sich leise. Sie wird nicht in den Vordergrund der Handlung gedrängt sondern fügt sich ein und schleicht sich still und heimlich ins Herz. Dieses Buch ist unglaublich spannend, emotional und hat mir zwischendurch und vor allem am Ende das Herz zerrissen. Ich habe an den Seiten geklebt und hatte gleichzeitig Angst, umzublättern, weil ich nicht wollte, das irgendetwas eintritt, was mir das Herz bricht. Jetzt brauche ich ganz dringend Band 2! Obwohl es schon über zwei Wochen her ist, seit ich das Buch beendet habe, hängt die Geschichte nach. Und das zeigt mir, wie großartig die Geschichte ist. 


Freitag, 29. Dezember 2023

[Rezension] Feels like Christmas

                                                                   [Rezensionsexemplar]  


Titel: Feels like Christmas
Autor:
Verlag: Loewe Intense
Seiten: 288
Preis: 14,95 [D] (Klappenbroschur)

           15,40 [A]
ISBN:
978-3-7432-1674-7

Inhalt: 
Heiligabend in Venedig oder Silvester in den Bergen? Während die München-WG mit einem Krimidinner und ohne Strom ins neue Jahr startet, kann Jonas im Skiurlaub bloß an eines denken: Polly. Oder besser gesagt: ihre Lippen. Und auch in Venedig verläuft nicht alles nach Plan. Als die Kanäle zufrieren, müssen Cleo, Sofia und Livia kurzerhand ein Weihnachtsfest in der città d’amore organisieren. Ähnlich chaotisch geht es auf Sylt zu, wo die lang ersehnte Hochzeit von Lenis Oma stattfindet. Doch nicht nur die Insel lässt Herzen höherschlagen – auch Noel van Viet. Was Tillies Schwester Clementine allerdings nicht weiß: Er ist der Sohn ihres Chefs. Und damit verboten …


Meine Meinung:
Bei "Feels like Christmas" handelt es sich um eine Anthologie mit fünf Kurzgeschichten aus den Federn von Carolin Wahl, Kyra Groh, Gabriella Santos de Lima, Alexandra Flint und Marina Neumeier. Die Geschichten basieren auf den Figuren ihrer Buchreihen, die allesamt bei Intense erschienen sind. Ich kenne keine der fünf Reihen vollständig, zwei tatsächlich überhaupt nicht. Das hat den Kurzgeschichten aber keinen Abbruch getan. In allen geht es um Freundschaft, weihnachtliche Abenteuer, gemütliche Abende und die Liebe. Die Vielfalt der Schreibstile hat beim Lesen Abwechslung gebracht und jede Autorin hat auf ihre Art und Weise die Emotionen ihrer Charaktere herübergebracht. Von bildhaften Beschreibungen über charmanten Witz bis hin zu Gefühlschaos war alles dabei. Mein Liebling war Geschichte Nummer zwei. Vielleicht, weil ich mit den Charakteren am Vertrautesten war und das italienische Setting, die Vielfalt an Figuren und vor allem Nonna einfach liebe. Jetzt bin ich versucht, die Bücher, die mir noch fehlen, schnellstmöglich nachzukaufen, um auch die Figuren kennenzulernen, mit denen ich nun in den kleinen Weihnachtsgeschichten Bekanntschaft gemacht habe. Für Fans der Originalreihen ist diese Anthologie ein toller Zusatz und lohnt sich für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa.