Donnerstag, 29. Dezember 2022

[Rezension] Eventorra 2 - Das schwarze Herz der Sehnsucht

                                                                        [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Eventorra 2 - Das schwarze Herz der Sehnsucht
Autor: Ella C. Schenk
Verlag: Vajona Verlag
Seiten: 450
Preis: 16,90[D] (Klappenbroschur)
ISBN: 978-3-948985-84-4

Inhalt:  
Violetta und der General sind in der Welt der Göttinnen gelandet. Intrigen und skrupellose Machtspiele erschweren ihnen dort ihre Pflicht, die unliebsame Göttin aus Violetta zu lösen. Doch ein Versagen wird in der Goldenen Stadt nicht geduldet. Und die Zeit drängt – hängt von ihrem Erfolg doch das Fortbestehen Eventorras ab. Dort hat sich die Prinzessin des Finsteren Tals zu erkennen gegeben und herrscht mit einer gnadenlosen Gewalt. Noch ehe die zurückgebliebenen Schwestern im unterdrückten Königreich daran zerbrechen, schafft es eine, in den Süden zu flüchten, während die andere ein gewagtes Spiel der Zwietracht beginnt. Mystische Clans und eine schleierhafte Magie erwarten sie im Reich der Menschen – wie auch etwas, das sie schon verloren glaubte: Hoffnung. Gelingt es ihr, die Menschen im Süden zu überzeugen, das Königreich von der Finsternis zu befreien, und einen Krieg gegen die dunkle Hexe zu führen?
Und wird Violetta aus der Welt der Göttinnen entkommen, wenngleich ihr eigenes Schicksal, das folgenreicher nicht seien könnte, sich damit zu offenbaren droht?

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nach dem ersten Teil nicht wirklich Lust auf die Fortsetzung hatte und das Buch deswegen erst einmal drei Monate herumgelegen hat, nachdem ich es unerwartet als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen hatte. Dann wollte ich es aber nicht als ungelesen mit ins neue Jahr nehmen und habe mich drangesetzt, in der Hoffnung, es möge besser sein als sein Vorgänger. Es war besser. Trotzdem konnte es die Reihe für mich nicht retten, obgleich ich die Grundidee super spannend finde. Einen Pluspunkt gibt es für die erweiterte Karte sowie die kurze Zusammenfassung zu Beginn, sodass man die Ereignisse aus Teil eins wieder ins Gedächtnis gerufen bekommt. Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr bildlich, detailreich und irgendwie poetisch. Störende Formulierungen wie in Band eins gab es diesmal kaum und auch die Anzahl der Ausrufezeichen ist gesunken. Die Geschichte hat eine Weile gebraucht, um Fahrt aufzunehmen, danach geschah eine Menge. Die vier Hexenschwestern sind nun getrennt. Violetta befindet sich mit Ben im Reich der Göttinnen, um die Schwarze Göttin loszuwerden, die in ihr wohnt, Seline hat die Seiten gewechselt und gehört nun zu den Antagonisten, Nora und Leandra kämpfen im Schloss um ihr Überleben, ehe ihnen die Flucht gelingt. Die Perspektiven wechseln meist zwischen Violetta und Nora. Ab und an bekommt man aber auch andere Sichtweisen zu lesen. Geheimnisse, Intrigen, Liebe und Verrat spielen auch in diesem Teil wieder enorm große Rollen, es gibt jede Menge Drama und einige Tode zu verkraften. Leider war ich emotional so gut wie gar nicht involviert und konnte nur die Augen verdrehen, wenn die Protagonistinnen zum wiederholten Mal weinend zusammengebrochen sind oder Wutanfälle bekommen haben, die mir zu drastisch erschienen sind. Aber das ist mein persönliches Empfinden auch bezüglich Wortwahl. Ausdrucksstarke Verben wie schreien, brüllen, zusammenbrechen und Co lese ich lieber in Maßen als ständig und immer wieder, weil sie dadurch ihre Wirkkraft verlieren. Es gab tatsächlich einen Punkt, der mich am Ende überraschen konnte. Den Rest habe ich erahnt. 
Mit diesem zweiten Teil ist die Reihe abgeschlossen. Wenn ihr sie lesen wollt, braucht ihr also nicht mal mehr auf eine Fortsetzung zu warten.   

[Rezension] Distant Horizons - A Dark Betrayal

                                                          [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Distant Horizons - A Dark Betrayal 
Autor: P. J. Ried
Verlag: Impress Verlag
Seiten: 416
Preis: 3,99[D] (E-Book)
             3,99[A]
ISBN: 
978-3-646-60920-2

Inhalt:  
Alizea ist sich sicher: Ihre seit Jahren tot geglaubte Mutter lebt! Irgendwo inmitten des Ozeans, der mittlerweile die ganze Erde bedeckt, muss sie sein. Um sie zu finden, ist Alizea jedes Mittel recht. Auch wenn sie dafür ein Schiff stehlen, eine Crew um sich sammeln und sich als Piratin in dieser rauen Welt beweisen muss. Doch während eines Überfalls wird sie schlagartig in ihre Vergangenheit katapultiert. Ausgerechnet Kian, der ihr Herz schon früher zum Stolpern gebracht hatte, ist jetzt ein berüchtigter Piratenjäger und wird von ihrer Crew gefangen genommen. Aber noch bevor sie sich zwischen ihm und ihrer Crew entscheiden muss, schließt Alizea einen Pakt mit einer Kapitänin im Austausch für Hinweise zu ihrer Mutter. Ein Blutgefallen, der sie alles kosten könnte ...

Protagonisten:
Alizea ist Captain eines Piratenschiffs, taff und nicht auf den Mund gefallen. Ihre Crew ist ihre Familie und steht für sie an erster Stelle. Dennoch hat sie ihre Geheimnisse, die sie letzten Endes in Schwierigkeiten bringen.  

Meine Meinung:
Wenn es ein Buch gab, auch das ich zum Ende von 2022 noch hingefiebert habe, dann ist es "Distant Horizons" von meiner lieben P. J. Ried. Der Klappentext, das Cover, einfach alles hat mich sowas von abgeholt. Ich war bereit, die Geschichte zu lesen, zu verschlingen und zu lieben. Und was soll ich sagen ... Mission erfolgreich abgeschlossen. Patty hat mit diesem Buch eine Piraten-Geschichte der anderen Art gezaubert. In einem dystopischen Setting ist Protagonistin Alizea Piraten-Captain ihres eigenen Schiffes, ihrer eigenen Crew. Seit Jahren ist sie auf der Suche nach Hinweisen auf den Aufenthaltsort ihrer Mutter, an deren Tod sie nicht glaubt. Die Geschichte beinhaltet so ziemlich alles, was man sich wünschen kann: Action, tolle Nebenfiguren, Spannung von Anfang bis Ende, einen tierischen Sidekick namens Pandora (ich würde diese Katze ja sofort klauen, hätte ich die Gelegenheit dazu), Spice (obwohl ich Alizea ja viel mehr mit Ari shippe als mit Kian), Geheimnisse, Intrigen, unerwartete Wendungen und einen unfassbar fiesen Cliffhanger nach einem Finale, das es in sich hatte und mir das Herz gebrochen hat. Je nachdem wen Patty im zweiten Band noch so umbringt, überlege ich, ob ich ihr diesen ersten Tod hier verzeihen kann. Ich bin Fangirl und das Taschenbuch werde ich mir auf jeden Fall zulegen, sobald es erscheint.      

Donnerstag, 15. Dezember 2022

[Rezension] Die Silbermeer Saga 3 - Das Schwebende Schiff

                                                                   [Rezensionsexemplar]


Titel: Die Silbermeer Saga 3 - Das Schwebende Schiff
Autor: Katharina Hartwell
Verlag: Loewe Verlag
Seiten: 640
Preis: 24,95 [D] (Hardcover)
             25,70 [A]
ISBN: 978-3-7432-0368-6


Inhalt:
Talin Brand hat Edda durch das ganze Inselreich verfolgt. Und er hat sie gefunden. Kurz bevor sie mit ihrem Schwebenden Schiff zu den Letzten Inseln aufbrechen will, versetzt Brand ihr einen tödlichen Messerstich und stößt sie in die grauen Fluten des Teermeers. Aber Edda ist eine Tochter der Silbersee, die Geschöpfe des Meeres lassen nicht zu, dass sie stirbt. Denn noch immer steht ihr eine große Aufgabe bevor. Und auf der Hoch-Insel Astador wartet der Schwanenthron.

Meine Meinung:
Es ist so weit. Mit diesem dritten Teil der "Silbermeer Saga" geht eine Reihe zu Ende, die einer langwierigen und schwierigen Reise glich. Und das nicht nur für Edda, Teofin, Tobin, Pantemin und all die anderen. Ein wenig habe ich Katharina Hartwells sprachgewaltigen, poetischen und atmosphärischen Schreibstil vermisst. Andererseits habe ich mich eine ganze Weile davor gedrückt, dieses Buch zu lesen, weil ich wusste, dass es nicht temporeicher werden würde als die beiden Vorgängerbände. Dafür gab es nun endlich Antworten. Antworten auf all meine Fragen und noch viel mehr als ich es mir hätte vorstellen können. Endlich wurde die Wahrheit über Edda und ihren Bruder gelüftet, die Wahrheit über den König der Krähen und über Eddas Vergangenheit. Ein Charakter, den ich lieben gelernt habe, ist Vin. Vin, der Kartenmacher. Vin, der größter Verbrecher aller Zeiten. Er ist einfach großartig. Auch Teofins Handlungsstrang habe ich unglaublich gerne gelesen. Seine Ankunft auf Telomaar, um Sprachgelehrter zu werden. Seine Zeit mit Kip und Kai, seine Entwicklung hin zu einem Jungen mit Selbstvertrauen. Edda ist und bleibt die sture, starrsinnige, rotlockige Protagonistin, die ich kennengelernt habe. Ihr Wille ist stark und unbeugsam und sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen. Selbst, wenn sie mal eben erstochen ins Meer gestoßen wurde. Aufgeben ist nicht drin. Und am Ende kommt alles ganz anders als sie selbst geglaubt hat. Moralisch graue Charaktere, ein Bösewicht, der eigentlich gar keiner ist, eine raue, faszinierende, detailreiche Welt und spannende Wendungen beschreiben diese Reihe in meinen Augen am Besten. Man muss Geduld haben. Man muss sich hineinfühlen, aber dann wird man belohnt.

[Rezension] Succession Game

                                                                [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Succession Game 
Autor: Anika Beer
Verlag: Piper
Seiten: 496
Preis: 17,00[D] (Klappenbroschur)
             17,50[A] 
ISBN: 978-3-492-70588-2


Inhalt:  

2054: Der Klimawandel ist weit fortgeschritten, die Menschen leben auf engstem, hoch technologisierten Raum. Augmented-Reality-Programme erfreuen sich großer Beliebtheit – allen voran das Escape-Room-Spiel „Succession Game“, das in den sozialen Medien von Millionen Fans gefeiert wird. Als die Privatdetektivin Clue als Kandidatin ausgewählt wird, sieht sie ihre Chance, den zwielichtigen Megakonzern hinter dem Spiel von innen aufzumischen. Doch kurz nach Beginn des Spiels stirbt ein Teilnehmer, und Clue begreift, welche Abgründe sich hinter den Kulissen von „Succession Game“ verbergen. Plötzlich muss sie selbst um ihr Leben fürchten.

Protagonisten:
Clue
ist Detektivin im Escape-Room-Game "Succession Game". In Wahrheit allerdings ist sie jemand anderes. Doch beide Persönlichkeiten sind klug, technologisch versiert und interessiert daran, zu gewinnen. 

Meine Meinung:
"Succession Game" ist ungewöhnlich. Eine ungewöhnliche Geschichte mit ungewöhnlichen Charakteren. Anspruchsvoll, neu, geheimnisvoll und spannend. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, wie das Buch aufgebaut worden ist. Wie das Escape-Room-Spiel funktioniert und welche Rolle all die anderen Figuren rundherum spielen. Auch der Schreibstil ist ungewöhnlich. Gerade für einen Charakter nutzt die Autorin genderinklusive Sprache (also Pronomen wie sere und sey), was meinen Kopf und mich erst einmal vor eine Herausforderung gestellt hat, ehe ich mich dran gewöhnt hatte. Waren die Figuren anfangs nicht richtig greifbar, hat sich dies mit jedem Kapitel, das man vorangekommen ist, geändert. Gerade mit Clue und Theo habe ich gefiebert und wollte unbedingt all die Fragezeichen beantwortet bekommen, die sich in meinem Kopf gebildet hatten. Die Abschnitte im Escape-Room haben mir mit am besten gefallen. Die Autorin war unfassbar kreativ, die Rätsel knifflig und bildhaft beschrieben. Unterschwellig schwang stets eine gewisse Spannung mit, die "Gefahr" geschrien hat, obwohl es sich nur um ein Spiel gehandelt hat und es nicht darum ging, jemanden zu töten. Alles außerhalb des Spiels war nicht weniger interessant, dafür aber geladen mit technischem Fachwissen und Computersprache. Da musste ich einfach glauben, was geschrieben wurde, da ich absolut keine Ahnung von der Materie habe. Meine Schadenfreude gegenüber einem gewissen Charaktere am Ende war grenzenlos. Wer mal etwas Neues probieren möchte, der darf guten Gewissens nach "Succession Game" greifen.   

[Rezension] Lightlark

                                                                     [Rezensionsexemplar]


Titel: 
Lightlark
Autor: Alex Aster
Verlag: Dtv 
Seiten: 528
Preis: 22,00[D] (Hardcover)
             22,70[A] 
ISBN: 978-3-423-76000-3
 

Inhalt:  

Isla Crown ist die junge Herrscherin über
das Wildfolk, ein Volk atemberaubend schöner Verführer. Doch ein jahrhundertealter Fluch hat sie dazu verdammt, jeden, in den sie sich verliebt, zu töten. Isla ist entschlossen, diesem grausamen Schicksal ein Ende zu bereiten, und reist dafür in das Königreich Lightlark. Dort wird alle hundert Jahre das Centennial ausgetragen – ein Wettkampf zwischen den sechs Herrschern, deren Reiche unter dem Bann leiden. Die Prophezeiung besagt: Einer von ihnen muss sterben, damit der Fluch endgültig gebrochen wird. Ein tödliches Spiel beginnt … 
Um zu überleben, muss Isla lügen, betrügen – und entscheiden, ob sie ihrem geheimnisvollen Mitstreiter Grim und ihren Gefühlen für ihn tatsächlich trauen kann.

Protagonisten:
Isla
ist die Herrscherin des Wildfolk. Eines Volk wunderschöner Kriegerinnen und Verführer. Doch sie wurde jahrelang vor dem Volk versteckt gehalten, trainiert und auf das Centennial vorbereitet, das sie gewinnen muss, um den Fluch ihres Volkes zu brechen und es vor dem Untergang zu retten. Sie ist alles andere als die brave Prinzessin, aber auch impulsiv und unbedacht in ihren Handlungen. 

Meine Meinung:
Sechs Völker, ein Fluch, der sich auf jedes Volk anders auswirkt und ein Wettkampf, um ihn zu brechen. Der Klappentext klang unglaublich vielversprechend, das Cover ist ein Hingucker und der Farbschnitt auch nicht zu verachten. Den Hype und Hate um das Buch auf TikTok habe ich komplett verschlafen und bin also völlig unvoreingenommen an die Geschichte rangegangen. Die sechs Völker mit ihren unterschiedlichen Gaben haben mich fasziniert, nur leider erfährt man kaum mehr als das. Der Wettkampf, den Protagonistin Isla gewinnen musste, um ihr Volk zu retten war spannend, rückte aber im Verlauf der Handlung immer mehr in den Hintergrund und ein Gegeneinander oder das Tun der anderen Teams blieb unerwähnt, was ich persönlich schade fand. Isla steht unter enormem Druck. Gleichzeitig verfolgt sie ihre ganz eigenen Pläne, handelt meist impulsiv und naiv. Potenzial für eine Charakterentwicklung war definitiv da. Genutzt wurde dieses kaum. Dann ist da die Dreiecksbeziehung, von der ich schon im Allgemeinen kein Fan bin. Lassen wir das einfach mal so stehen. Ansonsten bedient sich die Autorin gängiger Klischees und Tropes, versucht, viel in viel zu Quetschen, statt einfach mal etwas auszubauen oder Charaktere zu vertiefen. Die Twists am Ende haben mich tatsächlich überrascht, aber nicht vom Hocker gehauen. Für mich ist dieses Buch nicht schlecht. Es ist aber auch keines, das mich begeistern konnte. Hier passt: "es war ganz nett" eigentlich am besten.